DZ Research Blog

Mehrwert Wissen

Von A wie Aktienstrategie bis Z wie Zinsentwicklung präsentiert der DZ Research Blog ein breites und fundiertes Analysespektrum. Zu Wort kommen die Expertinnen und Experten aus dem DZ BANK Research, das mit 85 AnalystInnen und VolkswirtInnen eine der größten Einheiten dieser Art in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland ist. Im DZ Research Blog analysieren sie aktuelle Daten zu den konjunkturellen Trends, bewerten die neuesten Entwicklungen an den Kapitalmärkten und kommentieren die Auswirkungen politischer Ereignisse auf die Wirtschaft. Profitieren auch Sie von diesem Mehrwert Wissen.

US-Konjunkturpaket: Starker Konsum, tiefrote Handelsbilanz

In den Vereinigten Staaten trägt das 1,9 Billionen US-Dollar Konjunkturpaket bereits erste Früchte, weil die Konsumschecks schnell ausgezahlt wurden. Im März schossen die Einkommen der privaten Haushalte um mehr als 20% gegenüber dem Vormonat in die Höhe. Das hat die Verbraucher schnell zum Shoppen motiviert, die Konsumausgaben stiegen im März mit 4,2% gegenüber Februar kräftig an. Damit haben die Haushalte bislang aber tatsächlich nur einen kleinen Teil der Direktzahlungen ausgegeben und stattdessen viel Geld zur Seite gelegt. Die Sparquote legte im März auf fast 28% zu, im Februar betrug sie „nur“ knapp 14%. Mit dem guten Impffortschritt, einer anhaltenden Erholung am Arbeitsmarkt und nicht zuletzt den hohen Beträgen auf den Sparkonten der Verbraucher sind die Voraussetzungen dafür gut, dass sich der „Konsumboom“ in den USA auch in den nächsten Monaten fortsetzt. Insgesamt dürfte die US-Wirtschaft daher im laufenden Jahr kräftig wachsen, wir rechnen mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 6,5%….

Zloty hat das Oberste Gericht Polens im Visier

Ungeachtet eines unter dem Strich risikofreundlichen Marktumfelds ist es dem polnischen Zloty bislang nicht gelungen, sich nennenswert oder gar nachhaltig gegenüber dem Euro zu befestigen, bewegt er sich historisch betrachtet doch nach wie vor auf niedrigen Niveaus. Ursächlich für die zurückhaltende Marschrichtung des Zloty sind ökonomische Aspekte. Darüber hinaus dürften aber auch die beiden Mitte Mai erwarteten Urteile des Obersten Gerichts in Polen zu dem weiterhin umsichtigen Agieren des Zloty beitragen. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang zum einen am 11. Mai die Entscheidung, den Umgang mit Fremdwährungskrediten betreffend, welche missbräuchliche Wechselkursklauseln enthalten. Am 13. Mai geht es dann darum, ob in Polen polnisches oder EU-Recht zur Anwendung kommt. Dieses Urteil bietet aufgrund der seit Jahren angespannten politischen Beziehungen zwischen Warschau und Brüssel das Potenzial, diesen Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Mit Blick auf das Urteil hinsichtlich des Umgangs mit Fremdwährungskrediten dürften letztendlich alle Beteiligten kein Interesse an Turbulenzen im…

Das Emissionsvolumen bei Unternehmensanleihen normalisiert sich – aber „Grüne Welle“ nicht zu stoppen

Das Emissionsvolumen des Jahres 2021 scheint sich gegenüber dem Ausnahmejahr 2020 wieder zu normalisieren. Seit Jahresstart 2021 wurden 164 Mrd. Euro an Euro-Unternehmensanleihen emittiert, was in etwa den Niveaus vor der Pandemie entspricht. Im Pandemie-Jahr 2020 wurde der Corporate Bond-Markt im vergleichbaren Zeitraum dagegen mit einem Neuemissionsvolumen in Höhe von 196 Mrd. Euro geradezu überschwemmt. Nachdem der Markt im Frühjahr 2020 durch den Schock bezüglich des ersten Corona-Lockdowns kurzzeitig nahezu zum Erliegen gekommen war, wurden die Wochen ab Ende März 2020 zur emissionsstärksten Phase des Vorjahres. Das zweite Quartal 2020 war historisch gesehen mit insgesamt 204 Mrd. Euro an neuen Corporate Bonds ein absolutes Ausnahmequartal. Diese hohen Volumina am Neuemissionsmarkt dürften dieses Jahr nach einem eher durchschnittlichen April in den nächsten Wochen nicht aufzuholen sein. Die Akteure am Markt haben sich gewandelt. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres liegen Immobilienwerte vor den im Vorjahr noch führenden Versorgern und…

Insolvenzmeldepflicht ist wieder in Kraft, droht jetzt eine Insolvenzwelle?

Am Wochenende lief die zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht aus. Zahlungsunfähige Unternehmen müssen jetzt wieder Insolvenz anmelden, auch wenn sie ausschließlich in Folge der Krise in Schieflage geraten sind. Mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wurde ein Instrument geschaffen, dass eine Insolvenzwelle inmitten der Corona-Krise verhindern sollte. Dieses Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen: Im vergangenen Jahr, also mitten in der Krise, sanken die Unternehmensinsolvenzen um 16% gegenüber dem Vorjahr. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sorgte somit dafür, dass die Insolvenzmeldungen nicht die wirtschaftliche Entwicklung in der Corona-Krise widerspiegelten, sondern ein stark verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation lieferten. Angesichts der weiter zunehmenden Lockdown-Dauer dürfte der Anstieg der Insolvenzmeldungen aber nicht verhindert, sondern nur verzögert worden sein. Erste Auswirkungen der im Zeitverlauf erfolgten Einschränkungen im Gesetzestext deuten dies bereits an, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Im Februar 2021 stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen deutlich um…

Euro mit Schwung in das zweite Quartal

Über Langeweile konnte sich das Währungspaar Euro-Dollar in den vergangenen Quartalen wirklich nicht beklagen – im Gegenteil! Nach deutlichen Kursgewinnen in der zweiten Jahreshälfte 2020 ging es in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder steil bergab. Pünktlich zu Beginn des zweiten Quartals wendete sich das Blatt wieder zugunsten der Gemeinschaftswährung und ließ diese den Bereich um 1,21 USD zurückerobern. Der im April zu beobachtende Sinneswandel rührt zu einem nicht unwesentlichen Teil von der Dollarseite her. In den USA hatte die Federal Reserve einige Mühe, die Marktteilnehmer davon zu überzeugen, dass sie trotz der kräftigen Konjunkturerholung und eines spürbar anziehenden Preisdrucks bis auf weiteres an ihrer lockeren geldpolitischen Ausrichtung festhalten wird. Dies scheint ihr mittlerweile gelungen zu sein. Aus Sicht des Greenback kommt erschwerend hinzu, dass marktseitig mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA bereits sehr viel Positives eingepreist wurde und selbst ein neues billionenschweres Fiskalpaket offensichtlich keine…

Wirtschaftsleistung im Euro-Raum sinkt im ersten Quartal nur leicht – Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte

Die wirtschaftlichen Folgen der dritten Welle der Corona-Pandemie in Europa fielen vergleichsweise glimpflich aus. Im ersten Quartal 2021 ist die Wirtschaftsleistung im Euro-Währungsgebiet um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gesunken. Dies war weniger stark, als wir befürchtet hatten. Dennoch hat der Euro-Raum damit nach einem negativen vierten Quartal (‑ 0,7%) eine technische Rezession durchlaufen. Das Vorkrisenniveau vom Jahresende 2019 bleibt noch immer ein gutes Stück entfernt. Hier klafft eine Lücke von 5,5%: Die Ergebnisse der Schnellschätzungen aus den großen Mitgliedländern zeigen dabei deutliche Unterschiede in der Wirkung der Eindämmungsmaßnahmen auf die Gesamtwirtschaft. In Deutschland ging das Bruttoinlandsprodukt um 1,7% zurück. Damit bildet Deutschland diesmal in ungewohnter Weise das Wachstumsschlusslicht im Euro-Raum. Aber auch in Spanien sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,5% und in Italien um 0,4% Prozent. Ein positives Quartalsergebnis kam aus Frankreich. Hier legte die Wirtschaftsleistung um 0,4% zu. Und auch Belgien und Österreich vermeldeten leichte Zugewinne von 0,6% bzw. 0,2% Prozent….