DZ Research Blog

Mehrwert Wissen

Von A wie Aktienstrategie bis Z wie Zinsentwicklung präsentiert der DZ Research Blog ein breites und fundiertes Analysespektrum. Zu Wort kommen die Expertinnen und Experten aus dem DZ BANK Research, das mit 85 AnalystInnen und VolkswirtInnen eine der größten Einheiten dieser Art in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland ist. Im DZ Research Blog analysieren sie aktuelle Daten zu den konjunkturellen Trends, bewerten die neuesten Entwicklungen an den Kapitalmärkten und kommentieren die Auswirkungen politischer Ereignisse auf die Wirtschaft. Profitieren auch Sie von diesem Mehrwert Wissen.

Teures Wohnen: Die EU schaltet sich in den Wohnungsmarkt ein

Corona ist das beherrschende Thema in den Medien. So ist auch die Diskussion über unerschwingliche Mieten ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden. Schlagzeilen fehlen aber auch durch die verlangsamte Mietdynamik. Doch angesichts einer schweren Wirtschaftskrise, die auf den Einkommen lastet, und zum Teil negativen Inflationsraten ging es 2020 mit den Mieten noch merklich bergauf. Neubauwohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um rund 3,3 Prozent, bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen, die oft unter die Mietpreisbremse fallen, war das Plus mit 2,2 Prozent niedriger. Eine spürbare Entlastung für Wohnungssuchende in den teuren Städten zeichnet sich nicht ab, sodass Wohnungsmieten mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Thema der im Herbst anstehenden Bundestagswahl werden. Homeoffice könnte dabei auch eine Rolle spielen. Wer häufiger von zuhause arbeitet, braucht dafür Platz und gegebenenfalls eine geräumigere – und damit teurere – Wohnung. Rückenwind für die Mietdebatte liefert die EU. Am 21. Januar hat das Europäische Parlament eine Entschließung angenommen,…

Erfolgsfaktor Familie

Eine neue Studie des DZ BANK Research zeigt: Familienunternehmen sind für Deutschland von großer wirtschaftlicher Bedeutung: Über 90 Prozent der Unternehmen sind in Familienbesitz. Sie sind nicht nur in städtischen Gebieten angesiedelt, sondern oft auch in ländlichen Regionen. Dort sind sie teilweise von enormer Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur. Die Corona-Pandemie hinterlässt auch bei Familienunternehmen ihre Spuren. Laut einer ifo-Umfrage mussten rund 80 Prozent der Betriebe im vergangenen Jahr einen Auftragsrückgang hinnehmen. Familienunternehmen stehen vor strukturellen Herausforderungen. Der demografische Wandel wird die zukünftige Entwicklung der Unternehmen stark beeinflussen. Im Rahmen des Generationswechsels findet sich nicht immer ein geeigneter Nachfolger, und auch der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen und ländlichen Regionen ein Problem. Auf der technischen Seite verändert die Digitalisierung etablierte Geschäftsmodelle und Strukturen. Gerade im ländlichen Raum ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur jedoch noch nicht weit fortgeschritten. Hier ist es die Aufgabe von Staat und Kommunen, den Unternehmen zu helfen….

Landwirtschaft: Strukturwandel schreitet voran

Mit Protesten vor den Lagern verschiedener Discounter hatten die Bauern vor kurzem auf die angespannte Situation in der deutschen Agrarwirtschaft aufmerksam gemacht. Im Kern ging es um viel zu niedrige Erzeugerpreise und immer höhere Auflagen, die den landwirtschaftlichen Strukturwandel beschleunigen. Die jetzt vom Statistischen Bundesamt vorgelegten ersten Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 verdeutlichen die Entwicklung. Danach ist die Zahl der Betriebe seit der Zählung 2010 um 12 Prozent auf 263.500 Höfe gesunken. Gleichzeitig werden die Bauernhöfe immer größer: Bei kaum veränderter Gesamtnutzfläche stieg die durchschnittliche Betriebsgröße um 13 Prozent auf 63 Hektar. Dabei bewirtschaften gerade einmal 14 Prozent der Betriebe inzwischen fast zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands. Allerdings setzt sich auch der Trend zur Umstellung auf den ökologischen Landbau fort. So stieg die Zahl der Ökobauern seit 2010 um rund 60 Prozent auf knapp 26.400 Betriebe, die fast ein Zehntel der deutschen Acker- und Weidefläche umweltschonend nutzen. Die neue Landwirtschaftszählung…

Einkaufsmanagerindizes im Januar – Lockdowns drücken die Stimmung

Die zweite Welle der Pandemie hat Europa noch immer fest im Griff und die Einschränkungen im Wirtschaftsleben drücken bei den Unternehmen auf die Stimmung. Der umfassende Composite Einkaufsmanager-Index für den Euro-Raum zur Lage im Dienstleistungsbereich und in der Industrie ging im Januar von 49,1 auf 47,5 Punkte zurück. Dabei belasten die aktuellen Lockdowns die Dienstleister stärker als die Industrie. Auf Länderebene zeigt die Umfrage von IHS Markit, dass sich Deutschland noch relativ gut schlägt, Frankreich dagegen vermutlich stärkere Wachstumseinbußen hinnehmen muss. Nach Angaben von IHS Markit fällt die Stimmungslage in den restlichen Euro-Ländern aber sogar noch schlechter aus. Allein die Hoffnung auf bessere Geschäftsperspektiven in zwölf Monaten ist ein Lichtblick. Der Start in das noch junge Jahr 2021 ist durch die Corona-Situation aber sehr belastet. Die Ergebnisse zeigen, dass im ersten Quartal 2021 noch nicht mit einer konjunkturellen Erholung im Euro-Raum gerechnet werden kann. Vielmehr wird die Wirtschaftsleistung zwischen Januar…

EZB bestätigt eingeschlagenen geldpolitischen Kurs – der Zentralbank-Put wirkt weiter

Die europäischen Währungshüter haben im Zuge der heutigen Ratssitzung keine Anpassungen am geldpolitischen Instrumentenkasten vorgenommen und damit ihren im Dezember eingeschlagenen ultra-expansiven Kurs bestätigt. In Bezug auf das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) haben die Währungshüter einerseits hervorgehoben, dass dessen Ankaufrahmen von derzeit 1.850 Mrd. Euro nicht zwingend ausgeschöpft muss. Anderseits könne dieser aber, wenn es zur Sicherstellung günstiger Finanzierungsbedingungen notwendig ist, nochmals aufgestockt werden. Die Symmetrie der Formulierung war Lagarde sehr wichtig. Der Rentenmarkt hat hierauf aber erstmal mit Schwäche reagiert. Eventuell befürchtet man, dass die EZB die Punschschüssel schon früh vom Tisch nimmt, wenn die Impfraten steigen und die Konjunktur dann wieder Fahrt aufnimmt. Die EZB-Chefin hat aber darüber hinaus die grundsätzliche Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank-Oberen auf absehbare Zeit keine Anpassungen an ihrem ultra-expansiven geldpolitischen Kurs vornehmen werden. Erst auf Jahressicht, wenn die Corona-Pandemie hoffentlich in den Hintergrund gerückt ist, muss…

Gütesiegel für energieeffiziente Hypothekendarlehen geht an den Start

Im Bankenmarkt hält in Kürze mit dem „Energy Efficient Mortgage Label“ (EEML) ein neues Gütesiegel Einzug, das Banken für ihre ausgereichten Hypothekendarlehen zur Finanzierung von energieeffizienten Immobilien erhalten können. Das maßgeblich vom Europäischen Hypothekenverband/ European Covered Bond Council (EMF-ECBC) initiierte Label wird am 12. Februar im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung offiziell vorgestellt. Das EEML ist als privatwirtschaftliches Gütesiegel für Verbraucher, Kreditgeber und Investoren gedacht, um energieeffiziente Hypotheken in den Portfolios der Kreditinstitute identifizieren zu können. Zudem sollen dadurch auch die „grünen“ Projekte auf EU-Ebene (zum Beispiel EU Green Deal) unterstützt werden. Banken können für ihre Kreditprogramme, die die von der Energy Efficient Mortgage Initiative definierten Anforderungen an energieeffiziente Hypothekendarlehen erfüllen (siehe Grafik), im Rahmen eines Selbstzertifizierungsprozesses das EEML beantragen. Mit Erhalt des Gütesiegels müssen die Institute mindestens quartalsweise über wesentliche Merkmale ihres EEM-Portfolios unter Verwendung eines standardisierten Berichtsformats (Harmonised Disclosure Template, HDT) berichten. Das HDT soll zu einem weltweiten Berichtsstandard für…