US-Häusermarkt: Wenig Aktivität, dadurch fragile Preise

Der US-Häusermarkt dümpelt seit drei Jahren nur so dahin. Durch hohe Zinsen und hohe Preise sind die eigenen vier Wände kaum noch bezahlbar. Dennoch sind 2025 unterm Strich die Häuserpreise leicht gestiegen. Die Entwicklung im Jahresverlauf hat jedoch gezeigt, dass bereits eine moderate Ausweitung beim Immobilienangebot die Preise unter Druck bringen kann.

 

Das Bild zeigt zwei Diagramme, die Entwicklungen auf dem US-Immobilienmarkt darstellen.

Das linke Diagramm zeigt den Preisdienstleistungsindex der US-Häuserpreise von 2011 bis 2025. Es gibt zwei Linien: eine für die USA im Allgemeinen und eine für US-Metropolen. Der Index zeigt einen stetigen Anstieg der Preise.

Das rechte Diagramm zeigt die Hausverkäufe in den USA, ebenfalls von 2013 bis 2025, angegeben in Tausenden, auf annualisierter Basis. Zwei Linien stellen die Anzahl der verkauften Häuser und die Zahl neuer Angebote dar. Die Verkäufe zeigen starke Schwankungen und verharren auf einem niedrigen Niveau. 

Insgesamt wird dargestellt, dass trotz knappen Angebots die Hauspreise gestiegen sind, während die Hausverkäufe relativ niedrig geblieben sind.

 

Der US-Häusermarkt dümpelt schon seit einer ganzen Weile nur so dahin. 2025 lag dadurch die Zahl der Verkäufe von älteren Häusern im Verhältnis zur Zahl der privaten Haushalte das dritte Jahr in Folge auf historisch niedrigem Niveau. Die weiterhin schlechte Erschwinglichkeit und die verhaltene Entwicklung bei den Finanzierungsanträgen sprechen gegen eine deutliche Erholung bei der Marktaktivität.

 

So ist das Zinsniveau trotz einer leichten Entspannung mit rund 6% immer noch spürbar höher als vor dem Jahr 2022. Darüber hinaus haben die Häuserpreise nach einer Mini-Delle zur Mitte des vergangenen Jahres ihren Aufwärtstrend wieder aufgenommen. Dafür sorgte der leichte Rückgang bei den Zinsen, während gleichzeitig die Zahl der neu zum Kauf angebotenen Häuser wieder sank. Ein befürchteter nachhaltiger Preisrückgang ist dadurch ausgeblieben, stattdessen notierten 2025 die Preise im Jahresdurchschnitt um rund 2,5% über dem Vorjahresniveau.

 

Die Entwicklung im vergangenen Jahr hat allerdings gezeigt, dass bereits eine moderate Ausweitung beim Immobilienangebot die Preise unter Druck bringen kann. Zurzeit weisen weder die Baugenehmigungen noch die Stimmung in der Bauwirtschaft darauf hin, dass die Bautätigkeit und damit die Zahl der Neubauten in den kommenden Monaten deutlich ausgeweitet wird. Allerdings könnte der jüngste Preisanstieg vermehrt Besitzer von älteren Häusern veranlassen, auf den Markt zurückzukehren. Weiter sinkende Hypothekenzinsen wären hierfür ein möglicher Auslöser.

 

Die Häusernachfrage wird wiederum noch dadurch begrenzt, dass Erstkäufer kaum noch einen Zugang zum Markt finden. Ihr Anteil an den Transaktionen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

 

-- Dr. Christine Schäfer