USA

Fed: Zielerreichung noch lange nicht in Sicht

Wie allgemein erwartet, hat die Fed auf der jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses keine Anpassungen vorgenommen. Das Statement wurde lediglich marginal angepasst. So wird die Fed die geldpolitischen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur beibehalten. Die Erholung hänge maßgeblich davon ab, wie schnell die Virus-Ausbreitung unter Kontrolle gebracht werden kann. Die Impfstoff-Kampagnen seien eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen. In den letzten Monaten habe sich jedoch das Tempo der Konjunkturerholung abgeschwächt. Die Entscheidung der FOMC-Mitglieder wurde einstimmig gefällt. Im Vorfeld der Pressekonferenz hatten sich die Marktteilnehmer eine eindeutige Stellungnahme zu den Anleihekäufen sowie zu dem möglichen Inflationsdruck und den steigenden Inflationserwartungen erhofft. Der Fed-Vorsitzende gab klar zu Protokoll, die Geldpolitik bleibe solange expansiv, bis die Beschäftigungs- und Inflationsziele erreicht würden. Von einer Zielerreichung sei die Geldpolitik weit entfernt, so Powell. Er fügte hinzu, dass die Inflation trotz steigender Preise in den kommenden Monaten nicht das Ziel der Fed…

Joe Biden tritt an: Mit expansiver Fiskalpolitik aus der Krise?

Joe Biden wird heute als US-Präsident vereidigt. Danach ist der Weg für seine wirtschaftspolitische Agenda frei. Denn durch den Sieg der demokratischen Kandidaten bei den Senatsstichwahlen im US-Bundesstaat Georgia kann er nun auf die Rückendeckung beider Kammern des Kongresses zählen. Die neue Regierung hat damit einen viel größeren Spielraum, um ihre Wahlversprechen umzusetzen. Für die Wirtschaft sind das zunächst gute Nachrichten. Zu den ersten Handlungen der Biden-Administration soll ein weiteres großes Konjunkturpaket im Umfang von 1,9 Bio. US-Dollar gehören. Die Demokraten haben immer wieder auf großzügigere Hilfen für Familien, Arbeitslose sowie für Städte und Kommunen gedrungen. Jetzt können sie tiefer in die Staatskasse greifen, auch wenn das zu Lasten höherer Staatsschulden geht. Aber auch darüber hinaus wird die Fiskalpolitik in den USA künftig wohl deutlich expansiver ausgerichtet sein. So hat Joe Biden mit enormen Infrastrukturinvestitionen geworben. Andererseits drohen der Wirtschaft auch neue Belastungen: Unternehmen und Besserverdiener sollen künftig eine größere…

USA: Arbeitsmarkt im Winterschlaf

Mit dem Sieg der Demokraten der Senatswahl in Georgia, der dem künftigen Präsidenten Joe Biden das Regieren erheblich erleichtern wird, und den fortschreitenden Impfungen gegen das Corona-Virus hellen sich Konjunkturaussichten für die USA deutlich auf. Ab dem Frühjahr rechnen wir mit starken Wachstumsschüben beim Bruttoinlandsprodukt. Bis dahin steht aber noch eine wirtschaftlich schwierige Zeit bevor. In den Wintermonaten bremsen die sehr hohen Corona-Neuinfektionen und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Konjunkturdynamik noch sichtlich. Das zeigt zum Beispiel der Arbeitsmarktbericht vom Dezember. So verharrte die Arbeitslosenquote zum Jahresende 2020 bei 6,7 Prozent, sie liegt noch fast doppelt so hoch wie vor der Corona-Krise im Februar 2020. Die Zahl der Beschäftigten ging im Dezember gegenüber dem Vormonat sogar um 140.000 zurück. Schuld daran sind die Pandemie und die damit verbundenen Restriktionen für die Wirtschaft. In vielen Bundesstaaten gibt es Einschränkungen für den Gastronomie- und Kulturbereich sowie für Freizeiteinrichtungen. Die in diesen…

USA: Demokraten erobern den Senat, positiver Ausblick für die Wirtschaft

Den Demokraten ist in Georgia ein entscheidender Sieg gelungen. Ihre beiden Kandidaten konnten sich in den beiden Stichwahlen zur Senatswahl knapp durchsetzen. Dieses Resultat ist entscheidend, macht es für den designierten US-Präsidenten Joe Biden doch den Weg für Reformen frei und erlaubt ihm im Falle freiwerdender wichtiger Posten in Institutionen die Neubesetzung durch parteinahe Personen. Zwar verfügen die Demokraten mit 50 der 100 Sitze nicht direkt über eine Mehrheit im Senat, doch bei Abstimmungen ist die Stimme der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris nun das Zünglein an der Waage. Den Republikanern bleibt nur noch die Möglichkeit, einzelne Reformen aufzuhalten, indem sie Abstimmungen im Senat länger aufschieben. Einen politischen Stillstand dürften sie damit aber nicht herbeiführen, allein schon um ihre Chancen auf einen Machtwechsel im Kongress bei den in zwei Jahren anstehenden Midterm Elections nicht zu gefährden. Der Kongress steht nun also vereint hinter Joe Biden. Für die Konjunktur ist das eine…

USA: Sturm auf das Capitol

Die gestrigen Bilder in den Nachrichten im Rahmen der formalen Feststellung des US-Wahlergebnisses durch die US-Politiker waren erschreckend. Trumps Anhänger haben das Capitol gestürmt – und damit den Sitz des US-Kongress, der US-Legislative (Gesetzgebung). Die Situation ist schnell eskaliert. Der noch amtierende US-Präsident Trump hat die Protestierenden zu einem friedvollen Handeln aufgerufen. Er hat aber versäumt, diese mit deutlichen Worten zurückzurufen oder sie zu kritisieren. Er bleibt dabei, dass er die Wahl nicht verloren hat. Sein Vize-Präsident, Mike Pence, hat hingegen öffentlich gefordert, dass die Trump-Befürworter das Capitol friedlich verlassen. Der designierte US-Präsident Joe Biden hat Trump dazu aufgerufen, das Wahl-Ergebnis offiziell anzuerkennen. Polizisten und Sicherheitskräfte konnten das Gebäude sichern. Die Sitzung im Kongress wurde fortgesetzt. Es gibt offensichtlich einen (wahrscheinlich kleinen) Anteil der Bevölkerung, der vor nichts zurückschreckt, auch nicht vor gewalttätigen und bewaffneten Protesten. Ohne Zweifel gilt dies nicht für alle US-Amerikaner. Im Moment ist unklar, ob diese…

Rivalität mit China dürfte die US-Handelspolitik weiterhin prägen

Die Vereinigten Staaten haben einen neuen Präsidenten gewählt, doch in der Handelspolitik wird sich vorerst wohl nicht viel ändern – sie bleibt von der Rivalität mit China geprägt. Joe Biden steht zwar für mehr Dialog im internationalen Handel, seine Prioritäten liegen aber klar auf der Stärkung der heimischen Wirtschaft. Besonders gegenüber Peking wird auch die neue US-Regierung eine harte Haltung einnehmen, weil sich der Saldo im bilateralen Handel immer noch tief im negativen Bereich bewegt. Gegen Chinas unfaire Handelspraktiken will Biden vorgehen, er setzt auf ein gemeinsames politisches Vorgehen der westlichen Handelspartner. Bestehende Strafzölle, die offensichtlich Wirkung zeigen, bleiben aber vorerst in Kraft und die Zollpolitik damit ein Druckmittel. Die aktuelle Außenhandelsstatistik ist wenig ermutigend. Nie zuvor war aus Sicht der USA das Defizit im Warenaußenhandel so groß wie im Sommer 2020. Dafür ist die Corona-Pandemie verantwortlich. Doch auch wenn sich die Lage mittlerweile normalisiert, die Belastungen für die Exportindustrie…

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