Erneuerbare Energien: (Sonnen-)Wende voraus?

Die angesichts des Klimawandels unausweichliche Energiewende und milliardenschwere Förderprogramme bescheren der Solarbranche glänzende Aussichten. Doch trotz des strahlenden Potenzials gibt es auch dunkle Wolken am Himmel...
 


Die Energiewende dient als „Wachstumsmotor“ für Erneuerbare Energien und stellt eine entscheidende Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels dar. Durch die Förderung nachhaltiger und umweltfreundlicher Energiequellen wie Photovoltaik (PV), trägt sie zur Reduzierung der globalen CO2-Emissionen bei. Die PV hat sich in den letzten Jahren zu einer der kostengünstigsten Methoden der Energieerzeugung entwickelt.

 

Experten von BloombergNEF erwarten, dass das PV-Segment bis 2030 in Bezug auf Neu-Installationen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 10% erzielen wird. Die weltweite Expansion der PV-Kapazitäten wirkt sich ebenfalls direkt auf die Hersteller von Wechselrichtern aus. Diese Komponenten wandeln den von Solarmodulen erzeugten Strom um, damit dieser in die Haushalte eingespeist werden kann. Marktforscher prognostizieren hier bis 2029 ein Marktvolumen von 117,3 (2021: 35,2) Mrd. USD (CAGR: 16%).

 

Die sonnigen Aussichten im Bereich Erneuerbarer Energien werden durch Förderprogramme wie den Inflation Reduction Act (IRA) weiter verstärkt. Mit einem Fördervolumen von ca. einer Billion US-Dollar spielt der IRA eine wesentliche Rolle beim Ausbau Erneuerbarer Energien in den USA. Angesichts dieser attraktiven Unterstützung bauen zahlreiche Unternehmen verstärkt ihre Kapazitäten in den USA aus, um maximal von den Vorteilen dieses Förderprogramms zu profitieren.

 

Trotz der positiven Perspektiven hat der Sektor derzeit auch für westliche Unternehmen seine Schattenseiten: Chinesische Anbieter haben massive Überkapazitäten aufgebaut. Die hohen Produktionsmengen haben auf dem globalen Markt zu einem erheblichen Preisverfall und hohen Lagerbeständen geführt, was die Wirtschaftlichkeit der Branche beeinträchtigt. Erschwerend kommt hinzu, dass in China deutlich günstiger produziert werden kann. Niedrigere Strompreise, ein geringeres Lohnniveau und die Fähigkeit, die gesamte Wertschöpfungskette lokal zu vereinen, ermöglichen es den chinesischen Anbietern, die westlichen Hersteller stark zu unterbieten.

 

-- Markus Leistner


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