Deutschland

Ergebnisse der 50. Mittelstandsumfrage der DZ BANK: Covid-19 belastet weiterhin

Die Corona-Pandemie hat den Mittelstand fest im Griff. Gestiegene Infektionszahlen und ein erneuter Lockdown verhindern vorerst, dass sich die wirtschaftliche Erholung aus dem dritten Quartal fortsetzt. Je länger die Krise dauert, desto größere Auswirkungen wird sie auf viele Unternehmen haben. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass manche Branchen wie etwa das Baugewerbe von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen bisher weitgehend verschont blieben. Insgesamt zeigen die Ergebnisse unserer aktuellen repräsentativen Umfrage unter 1.500 mittelständischen Unternehmen, die wir in diesem Herbst zum 50. Mal durchgeführt haben, dass die Stimmung im Mittelstand etwas positiver ausfällt als zur Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr. Die aktuelle Krise stellt dennoch die größte Herausforderung für die mittelständischen Unternehmen seit der Finanzkrise dar, wenn nicht sogar noch länger. Die Mittelständler gingen aber gut vorbereitet in die Krise: Nach Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR stieg ihre Eigenkapitalausstattung von 7,5 Prozent im Jahr 2001…

Corona-Krise lässt Mittelstand auch im Herbst nicht los

In der Vergangenheit erwies sich der Mittelstand als relativ robust in Krisenzeiten. Dies lag insbesondere an seiner Ausrichtung auf den Heimatmarkt. Dadurch fielen die negativen Auswirkungen internationaler Krisen wie der Finanzkrise oder der Euro-Schuldenkrise vergleichsweise gering aus. Auch in der Corona-Krise brachen die Ausfuhren stärker ein als die Inlandsnachfrage. Dennoch traf die aktuelle Krise den deutschen Mittelstand mit voller Wucht. Allerdings gab es deutliche Unterschiede zwischen den Branchen und den Unternehmensgrößenklassen. Beträchtlichen Einfluss auf die Mittelständler zeigten die Einführung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln sowie die Flexibilisierung der Arbeit. Darauf reagierten 40 Prozent der befragten Mittelständler mit Umstrukturierungen ihrer Arbeitsprozesse. Für jeden fünften Befragten war sogar die Neuausrichtung von Produktion oder Geschäftstätigkeit wegen der Auswirkungen der Corona-Krise notwendig. Trotz anhaltender Nutzung von Kurzarbeit konnten zudem immer mehr Unternehmen Entlassungen nicht vermeiden.   Dass Investitionen in „herkömmliche“ Maßnahmen wie die Erschließung neuer Märkte oder neue Arbeitsformen im Zeitalter der Digitalisierung alleine aber…

Corona hat den Wohnungsmarkt verschont, doch das Regulierungs-Virus breitet sich aus

Das Corona-Virus hat am gewerblichen Immobilienmarkt erheblichen Schaden angerichtet. Der Wohnungsmarkt zeigt sich jedoch weitgehend immun. Die Wertschätzung für die eigenen vier Wände hat in der Corona-Krise zugenommen und sorgt angesichts attraktiver Finanzierungskonditionen für fortgesetzt kräftig steigende Kaufpreise. Der Anstieg der Wohnungsmieten hat sich jedoch verlangsamt. Nach dem gerade veröffentlichen F+B-Wohn-Index sanken die Neuvertragsmieten im dritten Quartal gegenüber den vorangegangen drei Monaten um etwa 1 Prozent. Neben Rezession und gestiegener Arbeitslosigkeit dürften sich das verbesserte Neubauangebot und das erheblich gestiegene Mietniveau dämpfend auswirken. Aber statt des Mietrückgangs könnte vielmehr das Regulierungs-Virus zum Risiko für den Wohnungsmarkt werden. Um die Folgen der angespannten Wohnungsmärkte zu mildern, sind Instrumente wie die Mietpreisbremse eingeführt worden. Sie haben aber wenig bewirkt, weil sie bestenfalls am Symptom ansetzen. Das knappe Wohnungsangebot als Ursache der steigenden Mieten wird jedoch ausgespart.   Die Folgen einer ausufernden Regulierung lassen sich aktuell am Berliner Wohnungsmarkt beobachten. Der Anfang des…

DAX Erweiterung auf 40 Werte ab September 2021

Das Regelwerk für den DAX wurde überarbeitet. Die Änderungen basieren auf einer Befragung von über 600 Marktteilnehmern und werden schrittweise eingeführt. Die wesentlichste Neuerung ist, dass der DAX ab September 2021 von 30 auf 40 Werte erweitert wird. Damit wird der Index die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug wird der MDAX von 60 auf 50 Werte verkleinert. Daneben werden weitere Qualitätskriterien eingeführt. Ab Dezember 2020 müssen alle DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Ab März 2021 müssen zusätzlich alle Unternehmen testierte Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen veröffentlichen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß unmittelbar zum Indexausschluss. Zuvor hatte das Wirecard-Debakel Schwächen des Indexkonzepts aufgedeckt, so dass die Deutsche Börse nun handeln musste. Nicht übernommen wurde der Vorschlag zur Aufnahme von Nachhaltigkeitskriterien. Aus unserer Sicht ist dies zu begrüßen, weil Anleger eine objektive Vergleichsgröße suchen. ESG-Kriterien können aufgrund der hohen Heterogenität…

Einkaufsmanagerindizes in der EWU: Rückgang im November war zu erwarten

Es kommt, wie es kommen musste. Angesichts der zweiten Pandemie-Welle in Europa und der damit verbundenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Euro-Raum spürbar eingetrübt. Gerade die Dienstleister berichten in der Umfrage von IHS Markit von schwierigen bis unmöglichen Geschäftsbedingungen im November. Aber auch das verarbeitende Gewerbe kann sich der Lockdown-Stimmung nicht entziehen. Einziger Lichtblick: Die Geschäftsperspektiven der Einkaufsmanager für die kommenden 12 Monate haben sich aufgehellt. Dies wird an den Meldungen über die Fortschritte bei der Entwicklung der Impfstoffe liegen. Das reicht aber nicht, um die düstere Lageeinschätzung auszugleichen. Insgesamt geht der umfassende Composite-Einkaufsmanager im November erneut deutlich von 50 auf 45,1 Punkte zurück. Und die Botschaft ist eindeutig. Die Wirtschaftsleistung der Währungsunion dürfte im Schlussquartal 2020 erneut sinken, im Einklang mit unserer Prognose. Auch in Deutschland gab der Composite-Index nach. Nach 55,0 Punkten im Oktober notiert er im November vorläufig aber bei immer noch…

Teil-Lockdown setzt Wirtschaft unter Druck

Am Mittwoch haben sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten unter dem Eindruck der rapide ansteigenden Corona-Neuinfektionen für die Verhängung eines „Teil-Lockdowns“ ab dem 2. November entschieden. Gaststätten und etliche Dienstleistungsbranchen müssen erneut für vier Wochen schließen, Ladengeschäfte dürfen dieses Mal aber – unter Auflagen – geöffnet bleiben. Auch Schulen und Kindertagesstätten bleiben offen. Für viele Betriebe in der Gastronomie ist das natürlich der „worst case“, selbst wenn großzügige Ausgleichszahlungen in Aussicht gestellt wurden. Auch für den Einzelhandel brechen harte Wochen an. Es besteht zwar die Hoffnung, dass das Weihnachtsgeschäft nicht gänzlich verloren geht. Aber die schwierigen Umstände dürften viele Kunden vom gewohnten Einkaufsbummel abhalten und noch mehr Umsätze zu den Onlinehändlern verschieben. Der gewünschte Effekt der Mehrwertsteuersenkung wird dem stationären Einzelhandel also nur sehr begrenzt zugutekommen. Wie stark die Industrie in Mitleidenschaft gezogen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, in welchem Maße auch die Konjunktur bei den wichtigsten Handelspartnern im laufenden Quartal…

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