Deutschland

Spin-offs am Aktienmarkt: Wenn Teilen Freude bereitet

Siemens hat 2020 Siemens Energy an die Börse gebracht, im März dieses Jahres hat Vodafone den Funkturmbetreiber Vantage Towers gelistet und schon bald könnten einige Unternehmen mit Transaktionen folgen: Das Umfeld für Börsengänge von Tochterunternehmen („Carve-outs“) und Abspaltungen („Spin-offs“) boomt, nachdem das von Corona geprägte Jahr 2020 zu einer Enttäuschung für Kapitalmarkttransaktionen geworden war. Zwar laufen die Geschäfte vieler Branchen noch nicht wieder auf vollen Touren, aber die Aktienkurse stehen hoch und die Volatilität an den Märkten ist vergleichsweise niedrig. Für viele Unternehmen sind das ideale Bedingungen, geliebte (oder wenige geliebte Töchter) an die Börse zu bringen. Abspaltungen von Geschäftsteilen bei börsennotierten Unternehmen sorgen für neues Kapital und auch für Anleger ergeben sich Chancen. Spin-offs schlagen bei der Aktienkursentwicklung in den USA sogar die durchschnittliche Marktentwicklung. Das zeigt die bessere Entwicklung des S&P-500-Spin-off-Index gegenüber dem S&P 500 in den letzten zehn Jahren. Für Investoren bieten solche Transaktionen oft günstige Kaufgelegenheiten,…

China befeuert deutsche Industrie

China hat im vergangenen Jahr eine Turbo-Erholung hingelegt: Schon im zweiten Quartal konnte die Industrie den tiefen Corona-Einbruch von 25 Prozent aus dem Vorquartal wieder aufholen. Auch die Gesamtwirtschaft konnte ihr Vorkrisenniveau bereits im Frühjahr wiederherstellen, als die Weltwirtschaft gerade erst in die Corona-Krise absackte. Nicht nur dieser zeitliche Vorsprung kam Chinas Industrie zugute. Die weltweite Verschiebung der Konsumgewohnheiten in der Pandemie – weg von Dienstleistungen, hin zu Gebrauchsgütern – bescherte der Volksrepublik als größtem Hersteller von industriell gefertigten Produkten eine Export-Sonderkonjunktur. Der schnelle Aufschwung Chinas nach der Corona-Krise kam aber auch deutschen Unternehmen zugute. Sie profitierten von der wieder erstarkten Nachfrage aus China, während andere potentielle Lieferregionen noch in der Krise steckten. China war zwar schon vor der Krise wichtigster Handelspartner Deutschlands. Im vergangenen Jahr konnte die Volksrepublik diese Stellung aber ausbauen. Auf der Exportseite erhöhte sich während der Corona-Pandemie für fast alle Industriebranchen die wirtschaftliche Bedeutung Chinas. Besonders…

Gespaltene Entwicklung der Märkte für Bankkredite in Deutschland

2020 wurde das Firmenkundenkreditgeschäft in Deutschland maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt. Vor allem Unternehmen, die unter Lockdown und Grenzschließungen zu leiden hatten, waren auf Hilfskredite angewiesen. Dadurch zog das Wachstum der Firmenkredite ohne Wohnungsbau im ersten Quartal nochmals an, obwohl die Wachstumsraten des Marktes bereits 2019 ihren Zenit überschritten hatten und im Sinken begriffen waren. Der corona-bedingte Wachstumsschub blieb jedoch ein Einmaleffekt und in den restlichen Quartalen 2020 verlangsamte sich der Bestandszuwachs immer weiter auf zuletzt noch 3,4 Prozent. Deutlich stabiler entwickelten sich die Wohnungsbaukredite der Unternehmen. Überhaupt zeigten sich Wohnungskredite als Stütze des Gesamtmarktes. Das gilt vor allem für die Immobilienkredite privater Haushalte, die ihren langanhaltenden Trend der Wachstumsbeschleunigung ungebremst fortsetzten. Die Corona-Krise hat die Wertschätzung für die eigenen vier Wände gesteigert. Durch Lockdown, erschwertes Reisen und Home Office wurde mehr Zeit zuhause verbracht und der Bedarf an Wohnfläche, einem Arbeitszimmer und Garten stieg. Das hat den…

Der nächste Gipfel – kommt nun die Öffnung?

Am kommenden Mittwoch werden Kanzlerin und Ministerpräsident*innen erneut (virtuell) zusammenkommen und über mögliche Lockerungsschritte der Corona-Beschränkungen beraten. Der aktuelle Lockdown mit der weitgehenden Schließung von Einzelhandelsgeschäften, der Gastronomie und verschiedenen Dienstleistungssparten war zunächst bis zum 7. März beschlossen worden. Mittlerweile hat das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Stufenplan vorgelegt, in welcher Reihenfolge eine Öffnung der betroffenen Bereiche wieder möglich sein könnte – abhängig von der Entwicklung der lokalen Inzidenzen. Doch die Perspektive hat sich zuletzt wieder verschlechtert. Bis vor einigen Tagen befanden sich die Infektionszahlen auf dem Rückzug, nun hat das verstärkte Auftreten der „britischen Mutante“ jedoch für eine Trendumkehr gesorgt. Die Kanzlerin spricht bereits von der „dritten Welle“ der Pandemie, die die Öffnungsstrategie nun schwierig mache. Die Konsequenz kann allerdings nicht sein, den aktuellen Lockdown nun bis Ostern zu verlängern. Insbesondere Einzelhandel und Gastronomie müssen eine Öffnungs-perspektive erhalten. Diese sollte auf dem lokalen Infektionsgeschehen basieren, das sehr große Unterschiede aufweist, und…

Neue Aktienkultur in Deutschland?

Nach neuesten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts ist die Zahl der Aktionäre und Aktienfondsbesitzer im letzten Jahr kräftig gestiegen – um 29 Prozent auf 12,4 Millionen. Vor allem junge Anleger haben sich erstmals an den Aktienmärkten engagiert. Doch ist das bereits die ersehnte neue Aktienkultur in Deutschland? Reicht der Aufschwung, um den Geldanlagestau bei den privaten Haushalten aufzulösen? Einlagenzinssätze nahe null Prozent und Anleiherenditen mit Minuszeichen – die langanhaltende Niedrigzinsphase bringt die in der Vergangenheit oft eher sicherheitsorientierten deutschen Privatanleger in ein Dilemma: Einerseits waren sie verständlicherweise kaum noch bereit, sich langfristig mit festverzinslichen Bankeinlagen oder Rentenpapieren zu binden. Andererseits mieden viele Haushalte Anlagen mit oft besseren Renditechancen aber Kursrisiken, wie Aktien oder Aktienfonds. Häufig blieben daher Sparbeträge und Rückflüsse aus fälligen Anlagen einfach auf dem Girokonto stehen. Die Folge war ein gewaltiger Geldanlagestau. Inzwischen sind rund zwei Billionen Euro dauerhaft in Form von Sichteinlagen oder Bargeld „zwischengeparkt“. Die Forderung einer…

Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Industrie verhindert Schlimmeres

Die Gesamtstimmungslage der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im Februar leicht verbessert. Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe und unter den Dienstleistern stieg von 47,8 auf 48,1 Punkte. Trotz der Verbesserung bleibt die Messzahl unterhalb der neutralen Marke von 50 Indexpunkten und gibt das Signal weiterhin schwieriger Wirtschaftsbedingungen. Dies entspricht insgesamt unserem Prognosebild: Die pandemie-bedingten Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens dürften die Euro-Raum-Wirtschaft im ersten Quartal 2021 erneut gebremst haben. Hinter der Bewegung im Februar steht eine nach wie vor kräftige Industriekonjunktur, die Schlimmeres verhindert, während der Dienstleistungsbereich tiefer in den rezessiven Bereich rutscht. Ähnlich wie im Euro-Raum insgesamt, verhält es sich auch in Deutschland: Tristesse bei den Dienstleistern und Hochstimmung im verarbeitenden Gewerbe. Die Stimmungswerte in der Industrie fallen wesentlich optimistischer aus und klettern dank eines starken Exportgeschäfts mit 60,6 Indexpunkten sogar auf den höchsten Wert seit drei Jahren. Die Industrie federt zwar gesamtwirtschaftlich viel ab,…

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