USA: Konjunkturmaßnahmen zeigen kräftige Wirkung

Im US-Einzelhandel klingelten im Januar die Kassen: Um satte 5,3 Prozent stiegen die Umsätze gegenüber Dezember an. In einzelnen Warengruppen fiel das Plus sogar noch wesentlich höher aus. So nahmen die Umsätze mit Möbeln und Elektronikartikeln jeweils zweistellig zu. Auch Freizeit- und Sportartikel wurden viel stärker als im Vormonat nachgefragt.

Nach drei Monaten mit rückläufigen Umsatzzahlen kann der Einzelhandel also einen beachtlichen Erfolg vermelden! Angesichts des nach wie vor sichtlich getrübten Konsumklimas, der aktuell schwierigen Arbeitsmarktlage und der immer noch sehr hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen in den USA ist das überraschend. Was hat die Konsumenten plötzlich dazu bewogen, dennoch ausgiebig shoppen zu gehen?

Im Wesentlichen hat wohl das Ende Dezember im Kongress verabschiedete 900 Mrd. US-Dollar schwere Konjunkturpaket eine erhebliche Wirkung gezeigt. Damit wurden nicht nur die Bundeszuschüsse zur Arbeitslosenhilfe verlängert, sondern auch Direktzahlungen an die Haushalte in Höhe von 600 US-Dollar pro Person geleistet. Etwa 166 Mrd. US-Dollar hat sich die Regierung letztere Maßnahme allein kosten lassen. Offenbar zahlt sich das Geld aber aus: Die Verbraucher haben ihre „Konsumschecks“ wohl zu einem großen Teil direkt in die Läden getragen, anstatt zu sparen. Damit erweist sich dieser Konsumanreiz als effektive und schnelle Maßnahme, um die Konjunktur in schwierigen Zeiten zu stützen. Noch mehr Geld winkt den Haushalten schon mit dem nächsten Konjunkturpaket, an dem die Demokraten derzeit arbeiten. Die Voraussetzungen für einen Post-Corona-Boom, besonders im zweiten Halbjahr 2021, sind damit gut. Nachhaltig wird der „Konsumrausch“ aber wohl kaum sein.

— Alexander Buhrow

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