US-Häusermarkt: Kein Schwung in Sicht
Wegen den erhöhten Zinsen ist auch nach vier schwachen Jahren am US-Häusermarkt keine Belebung zu erwarten. In den hochpreisigen Regionen sind die Preise auf dem Rückzug, aber auch in anderen Landesteilen ging es zuletzt etwas abwärts. Mit stärkeren Preisrückgängen rechnen wir in den kommenden Monaten jedoch nicht, da der Neubau wohl schwach bleiben wird.
Ein leicht niedrigeres Niveau bei den Hypothekenzinsen konnte den US-Häusermarkt vom Herbst 2025 bis zum Frühjahr dieses Jahres leicht beleben. Die Verkaufszahlen erholten sich von sehr niedrigem Niveau und die Häuserpreise zogen etwas an. Seit Mitte Mai liegt der Zinssatz für eine Hypothek mit einem 30jährigen Festzins jedoch wieder oberhalb von 6,5% und der leichte Schwung hat sich wieder gelegt. Der Markt wird wohl auch 2026 – das fünfte Jahr in Folge – nur so dahin dümpeln. Wegen anhaltenden Inflationssorgen und einer robusten Konjunktur ist ein spürbarer Rückgang bei den Zinsen eher unwahrscheinlich
Da die eigenen vier Wände in den meisten Landesteilen kaum noch bezahlbar sind, liegen die Verkäufe von älteren Häusern unverändert um fast ein Viertel unter dem langjährigen Durchschnitt. Eine Erholung der Marktaktivität ist nicht in Sicht, da die schwebenden Hausverkäufe weiterhin auf niedrigem Niveau verharren. In Anbetracht eines weiteren Anstiegs des Hypothekenzinssatzes auf 6,8% im Juli, ist das keine Überraschung. Vor diesem Hintergrund sind vor allem in den hochpreisigen Küstenregionen die Preise auf dem Rückzug, aber auch in den anderen Landesteilen ging es zuletzt etwas abwärts.
Mit stärkeren Preisrückgängen rechnen wir in den kommenden Monaten jedoch nicht, da der Bau von neuen Häusern und Wohnungen wohl eher schwach bleiben wird. Dafür sprechen die sichtbar erhöhten Baukosten, die niedrige Zahl an Baugenehmigungen und die damit einhergehende schlechte Stimmung bei den Baufirmen. Der schwachen Häusernachfrage steht also ebenfalls nur ein begrenztes Angebot gegenüber. Im Verhältnis zur Bevölkerung bleibt die Bautätigkeit 2026 wohl ähnlich niedrig wie im vergangenen Jahr.
-- Dr. Christine Schäfer

