EWU: Inflationsrate klettert im Mai weiter – Energiepreise als maßgeblicher Faktor

Energiepreise erhöhen die Inflationsrate im Euroraum im Mai auf 3,2%. Rund ein Drittel der Preissteigerung kommt von den Energiepreisen.
 

Das Bild zeigt die Inflationsraten im Euroraum von 2024 bis 2026, mit einem Fokus auf den Monat Mai. Es ist ein Diagramm, das die verschiedenen Beiträge zur Inflation darstellt: Dienstleistungen, industrielle Güter, Nahrungsmittel, und Energie. Die Balken sind in unterschiedlichen Farben gehalten, um die verschiedenen Sektoren zu unterscheiden, und eine Linie zeigt den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) bzw. dessen Wachstumsrate im Jahresvergleich. Es wird hervorgehoben, dass besonders die Energiepreise den Anstieg der Inflation beeinflussen.


Die Krise im Persischen Golf sorgt weiterhin für einen erhöhten Preisdruck im Euroraum. So stieg die Inflationsrate im März schon von 1,9% auf 2,6%. Im April belief sich der Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat auf 3,0%. Für den Mai hat Eurostat nun eine Rate von 3,2% gemeldet.

 

Hauptsächlich war wieder der Bereich Energie für den Preisanstieg verantwortlich. Die Dynamik bei den Energiepreisen hat aber immerhin etwas nachgelassen, zum einen, weil sich der Ölpreis im Mai nicht mehr so stark erhöht hat, zum anderen bremste etwa der Tankrabatt in Deutschland den Preisanstieg bei Kraftstoffen. Insgesamt tragen die Energiepreise zu rund einem Drittel zur Inflationsrate bei. Anders ausgedrückt bedeutet das aber auch: Ohne den durch die Krise am Persischen Golf ausgelösten Energieschock würde die Inflationsrate wohl nahe der Zielmarke der EZB von 2,0% liegen.

 

Bislang hat sich der Energiepreisschock kaum auf die anderen Segmente des Warenkorbs ausgewirkt – obwohl Unternehmen in verschiedenen Befragungen von deutlichen Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite berichten und diese perspektivisch an die Verbraucher weitergeben wollen. Lediglich bei den Dienstleistungspreisen ging es wohl aufgrund höherer Transportkosten etwas deutlicher aufwärts. Während der Preisdruck bei den Nahrungsmitteln sogar etwas zurückging, nahm er bei den industriellen Gütern leicht zu.

 

Damit ist absehbar, dass sich der gestiegene Preisdruck in den kommenden Monaten auch bei den industriellen Gütern und bei Nahrungsmitteln stärker widerspiegeln dürfte. Sofern sich die Lage an der Straße von Hormus zeitnah nicht ändert, rechnen wir auch in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Inflationsraten.

 

-- Dr. Christoph Swonke