UK: Wichtiger Technologiestandort, aber Inflation und Fiskalpolitik belasten
Beim Ranking der größten Volkswirtschaften belegt Großbritannien einen der vorderen Ränge. Dies dürfte auch langfristig so bleiben. Dabei spielt die innovationsstarke Region London-Oxford-Cambridge eine wichtige Rolle. Der konjunkturelle Ausblick wird derzeit jedoch durch die erhöhte Inflation und vor allem die restriktive Fiskalpolitik belastet.
Beim Ranking der weltgrößten Volkswirtschaften belegt Großbritannien immerhin Rang 5, hinter Deutschland und Japan. Auch langfristig wird das Land bezüglich seiner Wirtschaftsleistung wohl auf einem der vorderen Ränge liegen. Für diesen Ausblick spielt die innovationsstarke Region London-Oxford-Cambridge eine wichtige Rolle. In diesem „goldenen Dreieck“ sind viele herausragende Pharma- und Technologiekonzerne ansässig. Aber auch die Zahl der aktiven Startups ist in Großbritannien wesentlich größer als in anderen europäischen Ländern. Auch bezüglich privater Investitionen in den Bereichen „Künstliche Intelligenz“ und „Fintech“ liegt das Land im europäischen Vergleich weit vorne.
Im vergangenen Jahr ist die britische Wirtschaft um 1,4% gewachsen. Wichtige Impulse lieferte ein kräftiges Plus bei den privaten Investitionen. Trotz des Handelskonflikts mit den USA flossen umfangreiche Investitionen in Ausrüstungen und in immaterielle Güter, wie beispielsweise Software. Auch im ersten Quartal dieses Jahres konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sichtbar um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden. Kurzfristig wird der konjunkturelle Ausblick jedoch durch die hohe Inflation und die restriktive Fiskalpolitik belastet. Neben deutlich verteuerten Energiegütern schmälern auch steigende Dienstleistungspreise die Kaufkraft der Verbraucher. Da in Q2 und Q3 mit Stagnation beim BIP zu rechnen ist, erwarten wir 2026 nur ein Wirtschaftswachstum von 0,7%.
Ab Herbst dieses Jahres dürften mit dem Auslaufen der Energiekrise private Investitionen und der private Konsum wieder anziehen und moderat wachsen. Neben der Fiskalpolitik bleibt die Bauwirtschaft eine Bremse. 2027 ist beim BIP mit einem Zuwachs von fast 1% zu rechnen, wobei das Wachstum durch die Fiskalpolitik um rund 0,5 Prozentpunkte reduziert wird.
-- Dr. Christine Schäfer

