UK: Wichtiger Technologiestandort, aber Inflation und Fiskalpolitik belasten

Beim Ranking der größten Volkswirtschaften belegt Großbritannien einen der vorderen Ränge. Dies dürfte auch langfristig so bleiben. Dabei spielt die innovationsstarke Region London-Oxford-Cambridge eine wichtige Rolle. Der konjunkturelle Ausblick wird derzeit jedoch durch die erhöhte Inflation und vor allem die restriktive Fiskalpolitik belastet.
 

Das Bild zeigt zwei Diagramme:

1. **BIP-Wachstum:**
   - Ein Balkendiagramm links veranschaulicht das BIP-Wachstum für verschiedene Regionen (UK, DE, EMU, USA) im Jahr 2025, 2026 und 2027.
   - Es zeigt schwaches Wachstum im Jahr 2026, insbesondere für UK.

2. **Inflation und Dienstleistungen:**
   - Ein Liniendiagramm rechts zeigt die Entwicklung von Verbraucherpreisen und Preisen für Dienstleistungen von 2012 bis 2026.
   - Die Preise für Dienstleistungen steigen stetig an und tragen zur Inflation bei.
   - Ein markierter Bereich zeigt einen Anstieg von 37%.


Beim Ranking der weltgrößten Volkswirtschaften belegt Großbritannien immerhin Rang 5, hinter Deutschland und Japan. Auch langfristig wird das Land bezüglich seiner Wirtschaftsleistung wohl auf einem der vorderen Ränge liegen. Für diesen Ausblick spielt die innovationsstarke Region London-Oxford-Cambridge eine wichtige Rolle. In diesem „goldenen Dreieck“ sind viele herausragende Pharma- und Technologiekonzerne ansässig. Aber auch die Zahl der aktiven Startups ist in Großbritannien wesentlich größer als in anderen europäischen Ländern. Auch bezüglich privater Investitionen in den Bereichen „Künstliche Intelligenz“ und „Fintech“ liegt das Land im europäischen Vergleich weit vorne.

 

Im vergangenen Jahr ist die britische Wirtschaft um 1,4% gewachsen. Wichtige Impulse lieferte ein kräftiges Plus bei den privaten Investitionen. Trotz des Handelskonflikts mit den USA flossen umfangreiche Investitionen in Ausrüstungen und in immaterielle Güter, wie beispielsweise Software. Auch im ersten Quartal dieses Jahres konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sichtbar um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden. Kurzfristig wird der konjunkturelle Ausblick jedoch durch die hohe Inflation und die restriktive Fiskalpolitik belastet. Neben deutlich verteuerten Energiegütern schmälern auch steigende Dienstleistungspreise die Kaufkraft der Verbraucher. Da in Q2 und Q3 mit Stagnation beim BIP zu rechnen ist, erwarten wir 2026 nur ein Wirtschaftswachstum von 0,7%.

 

Ab Herbst dieses Jahres dürften mit dem Auslaufen der Energiekrise private Investitionen und der private Konsum wieder anziehen und moderat wachsen. Neben der Fiskalpolitik bleibt die Bauwirtschaft eine Bremse. 2027 ist beim BIP mit einem Zuwachs von fast 1% zu rechnen, wobei das Wachstum durch die Fiskalpolitik um rund 0,5 Prozentpunkte reduziert wird.

 

-- Dr. Christine Schäfer