Einkaufsmanagerbefragung: Es geht abwärts!

Der Composite-Einkaufsmanagerindex im Euro-Raum sank deutlich von 50,7 auf 48,6 Punkte. Während die Industrie noch von „Bevorratungsmaßnahmen“ profitieren kann, verringerte sich die Zuversicht der Dienstleister spürbar.

 

Das Bild stellt einen Graphen dar, der den Einkaufsmanagerindex (PMI) in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) von 2022 bis 2026 zeigt. Der PMI-Wert wird entlang der Zeitachse dargestellt, wobei eine Wachstumsgrenze von 50 Punkten gekennzeichnet ist. Der Titel "Einkaufsmanagerbefragung in der EWU im April: Es geht abwärts!" deutet darauf hin, dass sich der PMI-Wert im April nach unten bewegt.

 

Die Krise an der Straße von Hormus macht sich zunehmend bemerkbar. So verlor der Composite Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum von S&P Global im April 2,9 Punkte und rutschte mit 48,6 Punkten unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Industrie verhinderte sogar einen noch stärkeren Rückgang, denn sie meldete eine Ausweitung der Auftragseingänge und der Produktion. Dies war allerdings auf die Sorge vor zukünftigen Lieferengpässen und den Aufbau von Lagerbeständen zurückzuführen. Erste Probleme in den Lieferbeziehungen führten zu einer Verlängerung der Lieferzeiten. Gleichzeitig sorgen die gestiegenen Energiepreise für einen deutlich erhöhten Inflationsdruck bei den Einkaufs- und Absatzpreisen. Der Inflationsdruck wird also hoch bleiben.

 

Die Dienstleister blicken dagegen deutlich skeptischer in die Zukunft. Laut S&P Global ist der Index um 3,8 Punkte auf 47,4 gesunken, was den niedrigsten Stand seit Februar 2021 bedeutet. Damals hatte der Dienstleistungssektor mit Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen. Der Iran-Krieg sorgt für eine hohe Verunsicherung in der geopolitischen Lage, was letztlich die Nachfrage lähmt.

 

In Deutschland ist der Composite-Einkaufsmanagerindex von 51,9 auf 48,3 Indexpunkte und damit unter die Wachstumsschwelle abgerutscht. Maßgeblich dafür waren deutliche Einbußen bei den Dienstleistern. Hier sank die Messzahl um vier auf 46,9 Zähler, während der Index in der Industrie nur um einen Punkt nachgab und mit 51,2 Punkten noch im expansiven Bereich blieb. Auch in Frankreich verfinsterte sich die Zuversicht der Einkaufsmanager. Der Composite-Index gab 1,2 Punkte nach und sank auf 47,6 Punkte.

 

In den Unternehmensbefragungen von S&P Global manifestierte sich im April bereits deutlich, dass die Irankrise mit steigenden Energiepreisen und Problemen in den Lieferketten eine Belastung für die europäische Wirtschaft darstellt. Nachdem es für die Wirtschaft des Euro-Raums im ersten Quartal 2026 noch für ein kleines Plus beim Wirtschaftswachstum gereicht haben dürfte, droht im zweiten Quartal eine empfindliche Abbremsung. Und diese wird wohl umso stärker ausfallen, je länger der Krieg im Iran andauert.

 

-- Dr. Christoph Swonke