DZ BANK Euro-Indikator unter Druck: Energie, Unsicherheit, schwache Aufträge

Der Euro-Indikator der DZ BANK hat im März spürbar nachgegeben. Höhere Unsicherheit, teurere Energie und schwächere Auftragseingänge belasten den Euroraum.

 

Das Bild zeigt zwei Diagramme, die wirtschaftliche Indikatoren darstellen. 

1. Das linke Diagramm zeigt den DZ BANK Euro-Indikator von 2016 bis 2026. Es visualisiert die Indexentwicklung über die Jahre, wobei ein Rücksetzer im März erkennbar ist.

2. Das rechte Diagramm zeigt den Einfluss von Unsicherheiten und Energiekosten. Es vergleicht die jährliche Prozentveränderung des Eurozonen-BIP (links) mit dem Euro-Indikator (rechts) von 2016 bis 2026.

 

Der Euro-Indikator der DZ BANK ist im März auf 98,1 Punkte gesunken. Im Vergleich zum revidierten Wert des Vormonats von 98,6 Punkten entspricht dies einem Rückgang um 0,5%. Auch im Jahresvergleich hat das Momentum mit nur noch 0,7% deutlich nachgelassen.

 

Auslöser hierfür ist ein plötzlich eingetrübtes Umfeld: Die Eskalation rund um den Iran hat die Unsicherheit erhöht, Energie verteuert und wird perspektivisch die Lieferketten belasten. Diese Entwicklung wirkt sich zuerst auf das Vertrauen und die Auftragslage aus und zeigt sich dann in den Frühindikatoren.

 

Das Bild bleibt jedoch noch recht uneindeutig. Im Finanzsektor belasteten schwächere Aktienmärkte, während die positive Zinsstrukturkurve weiterhin stützte. Auch die Umfragen senden widersprüchliche Signale: Der Industrie-PMI stieg auf 51,6 Punkte und signalisiert Expansion, während der Dienstleistungs-PMI mit 50,1 Punkten nur knapp über der Stagnationsgrenze liegt. Zugleich fiel das Konsumentenvertrauen auf minus 16,3 Punkte und erreichte damit den tiefsten Stand seit Ende 2023.

 

Besonders schwer wog der Einbruch bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe. Zwar erholten sich die offenen Stellen und die Baugenehmigungen stabilisierten sich, doch dies reichte nicht aus, um den Gegenwind aus Konsumstimmung, Aktienmarkt und Auftragseingängen auszugleichen. Nun wird entscheidend sein, ob sich die leichte PMI-Aufhellung in neue Aufträge übersetzt und ob die geopolitische Unsicherheit rasch nachlässt.

 

- Matthias Schupeta