Ein Jahr „Liberation Day“: Die deutschen Zoll-Verlierer
Ein Jahr nach dem „Liberation Day“ ist Zeit für eine Analyse der negativen Auswirkungen der US-Zölle: Deutsche Exporte in die USA fielen 2025 um über 9%. Besonders betroffen waren „Sonstige Fahrzeuge“, die Automobilbranche und die Chemie.
Trotz der von US-Präsident Donald Trump vor genau einem Jahr erlassenen Einfuhrzölle blieben die USA 2025 wichtigstes Ausfuhrziel für deutsche Güter. Die erratische US-Außenhandelspolitik führte allerdings zu einem Rückgang der Exporte in die USA um über 9%, während die deutschen Ausfuhren insgesamt leicht zulegten.
Die meisten deutschen Industriebranchen mussten Einbußen ihres US-Geschäfts hinnehmen. Am dramatischsten traf es die „Sonstigen Fahrzeuge“. Hier brachen die Güterausfuhren gegenüber 2024 um über 45% ein. In dieser Branche werden etwa Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge hergestellt.
Auch die Automobilbranche und die Chemie litten überdurchschnittlich stark an der ausgebliebenen US-Nachfrage. Die Warenausfuhr der deutschen Auto-Hersteller und Zulieferer sank um fast 18%. In der Chemie waren es immer noch knapp 15%. Mit dem Maschinenbau war die zweitgrößte Industriebranche zwar nur unterdurchschnittlich betroffen. Ein Rückgang im US-Geschäft in Höhe von über 8% ist dennoch eine Belastung.
Der US-Supreme Court hat die von Donald Trump am „Liberation Day“ verhängten Zölle am 20. Februar zwar für ungültig erklärt. Trotz dieser Entscheidung sollten die Unternehmen aber nicht darauf hoffen, dass das Thema US-Zölle für sie erledigt ist. Die neue Zollregelung gemäß Abschnitt 122 gilt für 150 Tage und damit bis Juli dieses Jahres. Danach muss sie vom Kongress abgesegnet werden. Selbst wenn dies nicht erfolgt, wird die US-Regierung nach anderen Wegen suchen, um ihre Zolleinnahmen aufrecht zu erhalten. Die Zollbelastung für die deutschen Branchen dürfte daher auch 2026 erhalten bleiben.
-- Dr. Claus Niegsch
-- Dr. Christoph Swonke

