EWU: Inflationsrate im Januar unter 2%

Rückläufige Energiepreise drücken die Inflationsrate in der EWU im Januar auf 1,7%. Das wird aber nicht von Dauer sein. In der zweiten Jahreshälfte 2026 dürfte der Preisdruck wieder moderat zulegen.
 

Das Bild stellt die Inflationsrate im Euro-Raum von 2022 bis 2026 dar. Es zeigt den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) in Prozent sowie die Wachstumsbeiträge verschiedener Komponenten zum HVPI: Dienstleistungen, industrielle Güter, Nahrungsmittel und Energie. Die Grafik verdeutlicht, wie sich diese Beiträge über die Jahre entwickeln und zum Gesamt-HVPI beitragen.

 

Die Inflationsrate im Euroraum ist im Januar weiter gesunken. Nach 1,9% im Dezember 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Januar nur um 1,7% (J/J). Den größten bremsenden Einfluss auf den Rückgang der Teuerungsrate hatten einmal mehr die Energiepreise. Dagegen verteuerten sich die industriellen Güter leicht. Auch bei den Nahrungsmitteln nahm der Preisdruck zu, insbesondere bei den unverarbeiteten Lebensmitteln.

Bei den Dienstleistungen ließ der Preisdruck leicht nach, sodass die Kernrate ohne die volatilen Segmente Energie und Nahrungsmittel mit 2,2% etwas niedriger tendierte. Dennoch bleibt der Servicebereich mit einem Preisanstieg von 3,2% gegenüber dem Vorjahr der stärkste Preistreiber im Warenkorb der Verbraucher.

Auch die meisten großen Mitgliedsländer der EWU wiesen im Januar niedrigere Inflationsraten auf
. In Frankreich, Italien und Spanien beispielsweise sanken die Teuerungsraten teilweise deutlich. Nur in Deutschland stieg die Inflationsrate dagegen leicht von 2,0 auf 2,1% an.

In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate voraussichtlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2,0% bleiben. Verantwortlich für den schwächeren Preisdruck sind derzeit vor allem die Energiepreise. Auch der starke Außenwert des Euro verbilligt Importe und sorgt somit für eine gedämpfte Preisentwicklung. Allerdings werden beide Effekte spätestens zur Jahresmitte 2026 an Stärke verlieren, sodass die Inflationsrate dann kaum noch gebremst wird. Aufgrund der etwas besseren Konjunkturdynamik im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte wird die Inflationsrate wohl wieder ansteigen und die Marke von 2,0% überschreiten. Insgesamt rechnen wir daher weiterhin mit einer Inflationsrate von 1,9% im Jahr 2026.

 

-- Christoph Swonke