Euro-Raum: Robuster als gedacht!
Die Wirtschaft des Euro-Raums wächst im Schlussquartal 2025 um 0,3%. Damit fällt das Ergebnis robust aus. Das Wachstum zum Ende des letzten Jahres wird zudem von allen großen Mitgliedsländern mitgetragen.
Das vor allem für den Außenhandel turbulente Jahr 2025 ist nun schon einen Monat zu Ende. Die Wirtschaft des Euro-Raums hat sich trotz des zollbedingten Gegenwinds robust geschlagen: Im Schlussquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen um 0,3% gegenüber dem Vorquartal. Im Gesamtjahr reichte es sogar für ein Plus von 1,5%. Das ist mehr als aufgrund des Zollstreits mit den USA am Jahresanfang erwartet wurde.
Die großen Mitgliedsländer stützen die Quartalsentwicklung. In Frankreich stieg das BIP um 0,2% zum Vorquartal, in Italien um 0,3% und in Spanien sogar um 0,8%.
Das deutsche BIP konnte Schlussquartal 2025 gemäß der Schnellschätzung um 0,3%zulegen. Damit stieg das Bruttoinlandsprodukt sogar etwas stärker als bislang verlautbart wurde. Viel ist noch nicht bekannt. Positive Impulse kamen wohl von den Konsumausgaben des Staates und der privaten Haushalte. Auch die deutsche Industrie dürfte das Ergebnis gestützt haben.
Der Euro-Raum erweist sich damit als robuster als gedacht. Die vorliegenden Informationen aus den Ländern deuten darauf hin, dass die inländische Nachfrage die Belastungen für die Exporte kompensieren konnte und somit einen Rückgang der Wirtschaftsleistung verhindert hat. Sofern kein neuerliches Störfeuer seitens der Zölle oder andere geopolitische Unsicherheiten auftreten, gehen davon aus, dass der Euro-Raum dank einer robusten Konsum- und Investitionsnachfrage auch im Jahr 2026 seine positive Entwicklung fortsetzen wird. Dies wird auch durch eine etwas bessere Stimmung untermauert. So hat sich das Wirtschaftsvertrauen im Währungsgebiet – der Economic Sentiment Indicator – im Januar weiter aufgehellt und nähert sich allmählich dem langfristigen Durchschnitt an.
-- Dr. Christoph Swonke

