Fed: Kein Kommentar
Die Federal Reserve hat zur Januar-Sitzung keinen weiteren Zinssenkungsschritt beschlossen. Zielband verbleibt bei 3,50% bis 3,75%
Wie erwartet haben die amerikanischen Währungshüter bei ihrer Zusammenkunft am gestrigen Abend keine Anpassungen an ihrem geldpolitischen Kurs vorgenommen. Somit verbleibt die Zielspanne für den Leitzins (Fed Funds Rate) bei 3,50% bis 3,75%. Der Zinsbeschluss wurde von nahezu allen FOMC-Vertretern mitgetragen. Lediglich die Notenbankvertreter Miran und Waller sprachen sich für eine weitere geldpolitische Lockerung im Umfang von 25 Basispunkten aus. Die Charakterisierung der konjunkturellen Entwicklung im geldpolitischen Statement klingt etwas zuversichtlicher als noch im Dezember. Die Notenbank beschreibt die wirtschaftliche Dynamik nun als solide (zuvor: „moderate pace“). Hinsichtlich des Arbeitsmarktes konstatieren die Währungshüter mit Blick auf die Arbeitslosenquote Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Teuerungsentwicklung betrachten die FOMC-Mitglieder nach wie vor als etwas erhöht. In einer ersten Marktreaktion hat die Rendite 2-jähriger Treasuries etwas zugelegt. Die Ausführungen von Fed-Chef Powell vermitteln den Eindruck, dass eine weitere Lockerung der Zinszügel grundsätzlich eine Option bleibt, es hierfür aber keinen Grund zur Eile gibt.
Powell hält sich zum US-Dollar und seiner Zukunft in der Fed bedeckt
Im Rahmen der Pressekonferenz wurde Powell unter anderem gefragt, ob er nach Ablauf seiner im Mai endenden Amtszeit als Vorsitzender plane, als reguläres Mitglied im FOMC zu verbleiben. Seine Amtszeit als Mitglied des Board of Governors würde im Januar 2028 enden. Er lehnte es allerdings ab, hierzu einen Kommentar abzugeben. Die Journalisten thematisierten auch die jüngsten Kursausschläge des US-Dollars. Auch in diesem Zusammenhang wies Notenbankchef Powell lediglich darauf hin, dass sich die Fed hierzu nicht äußern werde, da dies in die Zuständigkeit des US-Finanzministeriums falle.
US-Notenbank nunmehr im „Wait and See“-Modus
Zusammenfassend sieht sich die Notenbank mit ihrer derzeitigen geldpolitischen Ausrichtung gut positioniert. Über den weiteren geldpolitischen Kurs werde in Abhängigkeit der Datenlage entschieden. In diesem Zusammenhang hat die Notenbank nach wie vor bestehende Aufwärtsrisiken für die Inflation sowie Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt im Blick. Die Tür für eine weitere Lockerung der Zinszügel bleibt somit weiter offen. Auf die Frage, ob der nächste Zinsschritt eine Erhöhung sein könnte, antwortete Powell, dass dies für keinen der Fed-Vertreter der „Base Case“ sei.
- Christian Reicherter

