Einkaufsmanagerbefragung: Geschäftserwartungen steigen im Januar, aber auch der Inflationsdruck
Der Composite-Einkaufsmanagerindex im Euro-Raum bleibt im Januar unverändert bei 51,5 Punkten und signalisiert trotz aller Probleme eine Fortsetzung des moderaten Wirtschaftswachstums.
Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum von S&P Global bleibt nach vorläufigen Angaben mit 51,5 Punkten über der neutralen Marke von 50. Die Auftragseingänge sind erneut – wenn auch nur schwach –gestiegen und die Geschäftserwartungen der europäischen Einkaufsmanager haben sich weiter aufgehellt. Die vorübergehende Verunsicherung durch neue Zolldrohungen aus den USA hatte demnach keinen signifikanten Einfluss auf die Umfrageergebnisse.
Die Umfragedaten deuten darauf hin, dass sich die moderat positive Konjunkturdynamik auch zu Beginn des laufenden Jahres 2026 fortsetzen dürfte. Auf Länderebene gewinnt die Entwicklung an Breite, da sich mit Ausnahme von Frankreich das Sentiment in allen von der Umfrage erfassten Ländern aufhellte, insbesondere in Deutschland. Die Europäische Zentralbank dürfte aber aufhorchen, denn die Einkaufsmanager aus dem Dienstleistungsbereich berichten von stärker steigenden Verkaufspreisen im Januar. Der ohnehin schon hohe Preisdruck bei den Dienstleistungen im Harmonisierten Verbraucherpreisindex wird dadurch sicher nicht abgemildert.
Der Composite-Index in Deutschland stieg von 51,3 auf 52,5 Punkte. Dabei verbesserten sich die Stimmungsbarometer der Dienstleister und der Industrie. Die Einschätzungen bezüglich Nachfrage und Produktion wurden von den befragten Einkaufsmanagern optimistischer beurteilt. Die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft stabilisiert sich, insbesondere im Dienstleistungssektor herrscht eine positive Stimmung für das Jahr 2026. Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass die Einstellungsabsichten weiter zurückgehen, da die Kapazitäten weiterhin unterausgelastet sind.
In Frankreich hat sich das Bild der letzten Jahre gewandelt. Dank eines leichten Plus liegt die Messzahl der Industrie nicht nur den zweiten Monat über der Wachstumsschwelle, sondern auch über dem Index für die Dienstleister. Im Service-Bereich trübte sich die Stimmung aber so deutlich ein, dass der Composite-Index 1,4 Zähler nachgab und auf 48,6 Punkte abrutschte. Weiterhin lastet die nach wie vor ungelöste Haushaltslage des Staates auf dem Sentiment.
-- Dr. Christoph Swonke

