Ein dynamisches Jahr 2026 folgt auf ein spannendes Jahresende 2025

Aktienindizes und der Goldpreis stehen vor neuen Rekorden, Bund-Renditen sowie Euro-Dollar mittelfristig mit Rückenwind und Bitcoin bleibt volatil.

 

Das Bild stellt einen Verlauf des DAX-Indizes im Jahr 2026 dar. Es zeigt die Schwankungen des Indexwertes in Punkten über das Jahr hinweg, angefangen bei einem niedrigen Wert zu Beginn und einem Anstieg bis zum Ende des Jahres.

 

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass der deutsche Leitindex nicht Spiegelbild der deutschen Wirtschaft ist, sondern aufgrund seiner global agierenden Konzerne entscheidend von der resilienten Weltwirtschaft abhängt. Denn während die hiesige Wirtschaft (noch) nicht in richtig Schwung gekommen ist, blickt der DAX auf ein Jahresplus von 23% im Jahr 2025 zurück. Ende letzten Jahres näherte sich der deutsche Blue-Chip-Index zwar seinem bis dato gültigen Allzeithoch bei 24.771 an, eine spürbare Jahresendrally war ihm aber nicht vergönnt. Zwar boten die US-Geldpolitik sowie stabil wachsende Unternehmensgewinne den Aktienkursen gute Unterstützung, die teils sehr ambitionierten Bewertungen einiger US-Tech-Aktien verunsicherten zeitweise aber so manchen Marktteilnehmer und bremsten die Aktienkurse in ihrer Aufwärtsbewegung.

 

Am Euro-Rentenmarkt war gegen Ende Dezember eine leichte Aufwärtsbewegung der Bund-Renditen am langen Ende zu beobachten. Auslöser waren vor allem Äußerun­gen von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel, die am Markt temporär Zinserhöhungs­spekulationen aufkeimen ließen. Während die EZB im Dezember ihr Leitzinsniveau be­stätigte, senkte die Fed ihren Schlüsselzins angesichts eines sich abschwächenden US-Arbeitsmarktes erneut, was Euro-Dollar gute Unterstützung bot. Die Erwartung eines sich in den USA fortsetzenden US-Zinssenkungszyklus, geopolitische Unsicher­heiten sowie die damit einhergehende anhaltend hohe Zentralbank- und Investoren­nachfrage hievten den Goldpreis Ende Dezember 2025 auf über 4.500 US-Dollar. Bergab ging es entgegen seinem saisonal üblichen Muster mit dem häufig als digitalem Gold titulierten Bitcoin. Er stürzte geradezu im Schlussquartal von Niveaus um rund 125.000 US-Dollar auf zeitweise rund 80.000 US-Dollar ab. Weitgehend seitwärts in der mittlerweile etablierten Spanne zwischen rund 60 US-Dollar und etwa 65 US-Dollar pendelte dagegen der Brent-Rohölpreis. Auf ihn hatte der hohe Angebotsüberhang einen preisdämpfenden Einfluss.

 

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf 2026 sollte sich die deutsche Wirtschaft stetig erholen – vorausgesetzt das Infrastrukturpaket wird ohne größere Verzögerung umgesetzt. Zusätzliche Impulse sollten die Aktienmärkte von den noch zu erwartenden moderaten Leitzinssenkungen in den USA, der robusten Weltwirtschaft und vom Megatrend Künstliche Intelligenz erhalten. Im Zuge der sich erholenden deutschen Wirtschaft beziehungsweise des schuldenfinanzierten Aufschwungs dürften die Bund-Renditen (zehn Jahre) auf Jahressicht in den Bereich um 3,10% klettern. Während die EZB in diesem Konjunkturumfeld keine weiteren Zinssenkungen in 2026 beschließen sollte, dürften die moderaten US-Zinssenkungen sowie eine leichte Belebung der EWU-Konjunktur dem Euro weitere Kursgewinne in Richtung 1,22 US-Dollar bescheren. Seine Aufwärtsbewegung fortsetzen sollte auch der Goldpreis. Neben der US-Geldpolitik sollten dem gelben Edelmetall weiterhin geopolitische Risiken sowie eine hohe Zentralbank- und Investoren­nachfrage Auftrieb geben. Leicht abwärts, in Richtung der 60-US-Dollar-Marke, dürfte der Brent-Rohölpreis tendieren. Der hohe Angebotsüberhang übt dabei auch weiterhin Druck auf die Preise aus. Weiterhin in volatilen Schwüngen wird sich voraussichtlich der Bitcoin präsentieren, wobei zumindest die Abwärtsbewegung aus dem vierten Quartal zuletzt ad acta gelegt wurde.

 

-- Christoph Müller