Chancen und Risiken 2026: Das „A“ und „O“ im nächsten Jahr
Ein neues Jahr bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich: Einige von ihnen sind zwar wenig greifbar oder gelten als unwahrscheinlich, sodass sie es nicht in die Hauptszenarien für die Prognosen schaffen. Dies ändert aber nichts daran, dass sie wesentlichen Einfluss auf Wirtschaft und Finanzmärkte haben können, sollten sie eintreten.
Bildquelle: KI generiert
Chancen („O“) 2026: Stärker, effizienter, friedlicher?
Optimismus in Deutschland: Blühende Landschaften 2.0
Die Bundesregierung will Deutschland aus der Stagnation befreien, indem sie finanzielle Mittel strategisch für die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie Investitionen in Infrastruktur und Bürokratieabbau einsetzt. Ergänzend könnten Reformen in der Renten- und Pflegeversicherung die Konsum- und Investitionsfreude deutlich stärker erhöhen, als das bislang antizipiert wird.
Orientierungswechsel in den USA: America-First-Politik auf dem Prüfstand
Die Midterm-Wahlen 2026 könnten die Mehrheitsverhältnisse im Kongress ändern und Trumps harte politische Gangart gerade in der Außen- und Handelspolitik erschweren. Dies hätte das Potenzial, eine geopolitische Annäherung mit Partnern wie der EU zu ermöglichen.
Ohne Konflikte: 2026 als Jahr der militärischen Deeskalation
Trotz der schwierigen Lage in der Ukraine besteht die Möglichkeit, dass die USA und die EU einen akzeptablen Friedensweg finden, was aus mehreren Perspektiven positiv für die NATO und die EU wäre.
Offensive für mehr Effizienz durch Künstliche Intelligenz
Effizienzpotenziale Künstlicher Intelligenz werden in Unternehmen verstärkt gehoben – unter anderem dank der Integration von KI-Agenten.
Risiken („A“) 2026: Potenzielle Herausforderungen voraus
Antiglobalisierung: Zunehmende Blogbildung und fragmentierter Welthandel
Die Globalisierung, einst ein bedeutender Wohlstandstreiber, wird durch geopolitische Blockbildung und fragmentierte Handelsströme komplexer, was das Wachstumspotenzial beeinträchtigt. Spannungen, wie zwischen den USA und China, sowie die US-Handelspolitik gegenüber wichtigen Partnern verschärfen die Lage, und eine Eskalation könnte zu einem globalen Handelskrieg führen.
Aggression vonseiten Russlands in Richtung Baltikum und NATO nimmt zu
Europa und die USA befinden sich laut Sicherheitsexperten in einem hybriden Krieg mit Russland, geprägt von Sabotage, Desinformation, Cyberangriffen und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Eine weitere Zunahme dieser Spannungen ist keineswegs auszuschließen.
Ausgangspunkt Paris für die Euro-Krise 2.0
Frankreich ist zum neuen Sorgenkind der Eurozone geworden. Bislang blieben die Auswirkungen auf den gesamten Euroraum zwar begrenzt. Dies könnte sich jedoch im Jahr 2026 ändern.
Aus für Fritz – vorgezogene Bundestagswahlen in Deutschland
Deutschland drohten im Fall von vorgezogenen Bundestagswahlen ein Rechtsruck und eine Hängepartie.
Auf Kante genäht – Verschuldung als Damoklesschwert für den Rentenmarkt
Der Rentenmarkt könnte 2026 aufgrund von Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben in einigen Euro-Ländern unter Druck geraten, was die EZB womöglich zur Intervention zwingen würde. Zudem könnte ein Verkauf von US-Staatsanleihen durch China im Rahmen des Zollstreits die US-Renditen drastisch erhöhen und weltweit zu einem Anstieg der Risikoprämien führen.
Autonomie der US-Notenbank in Gefahr: Mit weitreichenden Folgen
Sollte US-Präsident Trump seinen Einfluss auf die US-Notenbank signifikant ausweiten, könnten die Zentralbankzinsen unverhältnismäßig stark gesenkt werden. Ein angeschlagenes Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed wäre womöglich die Folge, woraus ein erheblicher Anstieg der US-Staatsanleiherenditen und ein weiter schwächelnder US-Dollar resultieren würden. Der Euro, andere G10-Währungen und Edelmetalle würden unter derartigen Umständen wohl verstärkt nachgefragt.
Absturzgefahr: Rekorde als Vorboten für den Einbruch
Das Jahr 2025 war an den Finanzmärkten durch Rekorde in verschiedenen Anlageklassen geprägt, darunter DAX, S&P 500, Nasdaq 100, Bitcoin, Silber und Gold. Immer wieder kamen dabei Zweifel an der Nachhaltigkeit der Kursentwicklung auf, insbesondere vor dem Hintergrund der geopolitischen Risiken und Unsicherheiten mit Blick auf die Ertragspotenziale durch KI. Sollten drastische Kursrücksetzer auftreten, wären der Konsum und die Konjunktur insbesondere in den USA negativ betroffen.
Unsere Liste der Chancen („O“) und Risiken („A“) für das Jahr 2026 außerhalb des unseren Prognosen zugrunde gelegten Hauptszenarios dürfte zwar nur einen Auszug aus einer breiten Palette alternativer Pfade darstellen. Um das Bewusstsein für Entwicklungen abseits der vorherrschenden Meinung zu schärfen, genügt sie aber allemal. Einen ausführlicheren Blick auf die genannten und weitere potenzielle Entwicklungen außerhalb des Hauptszenarios wirft diese Studie.
-- DZ Research

