Viele neue Bankanleihen und noch höhere Nachfrage zum Jahresauftakt

Trotz eines hohen Volumens neuer Bankanleihen zum Jahresauftakt übersteigt das Interesse der Investoren das Angebot stärker als in den Vorjahren.
 


Der Primärmarkt für Bankanleihen bot erwartungsgemäß ein hohes Emissionsvolumen in den ersten Wochen des neuen Jahres. Die bisher emittierten Seniorbankanleihen im Euro-Benchmarkt-Format weisen ein Volumen von 37,5 Mrd. Euro auf, was damit bereits vor Ablauf des Monats einen der höchsten Werte in einem Kalendermonat seit Jahren bedeutet. Das außergewöhnlich hohe Volumen des Vorjahresmonats – das den höchsten Wert seit 2007 darstellt – wird der Auftaktmonat 2024 aber wohl nicht mehr erreichen.

 

Dabei trifft das hohe Emissionsvolumen auf eine noch größere Nachfrage. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erzielen Seniorbankanleihen im Euro-Benchmark-Format im Durchschnitt bislang um 40% höhere Überzeichnungsquoten, die sich auch zunehmend in den Emissionsspreads niederschlagen. So haben die Emittenten die Spreads während der Vermarktung in der laufenden Woche um durchschnittlich 36 Basispunkte, und damit stärker als in den ersten drei Wochen des Jahres reduziert. Auch der Vergleich mit den Wochenwerten des vergangenen Jahres zeigt, dass die vierte Januarwoche 2024 die mit Abstand höchste durchschnittliche Überzeichnungsquote und die stärkste durchschnittliche Anpassung der Emissionsspreads aufweist. Entsprechend gesunken sind auch die Neuemissionsprämien, die in der vierten Januarwoche im negativen Bereich angekommen sind. Emittenten können derzeit geringere Emissionsspreads durchsetzen als das bei ausstehenden Anleihen zu beobachtende Spreadniveau. Sollte das in den vergangenen Tagen etwas geringer ausgefallene Primärmarktvolumen wieder zunehmen, sobald die großen europäischen Banken nach Vorlage ihrer Geschäftszahlen wieder stärker am Primärmarkt aktiv werden, könnte die aktuelle Angebotsknappheit abnehmen und die Neuemissionsprämien erneut steigen.

 

-- Wolfgang Grill


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