USA: Preisauftrieb verliert im April leicht an Schwung

Die Inflationsrate in den USA ist im April leicht zurückgegangen, weil insbesondere der Preisdruck bei Benzin wieder nachgelassen hat. Bei den Dienstleistungen ist der Inflationsdruck aber weiterhin sehr hoch.

 

 

Endlich mal wieder ein Inflationsbericht mit einem Lichtblick: Der Preisdruck in den USA hat zuletzt etwas nachgelassen. Die Inflationsrate sank von 8,5% im März auf 8,3% im April. Nach dem vor allem Energiepreisgetriebenen Inflationsschock vom März war ein Rückgang der Inflationsrate aber auch erwartet worden. So gaben insbesondere die Benzinpreise im April gegenüber März deutlich nach, weil sich der Weltmarktpreis für Rohöl zwischenzeitlich ein Stück weit entspannt hat. Die Gaspreise legten hingegen deutlich zu, sodass der Beitrag von Seiten der Energiegüter zur Inflation insgesamt nur leicht nachgab. Die Nahrungsmittelpreise setzten ihren steilen Aufwärtskurs fort.


Auch die sogenannte Kerninflationsrate, die die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise ausklammert, fiel im April mit 6,2% (J/J) etwas niedriger aus als im März (6,5%). Vor allem für Gebrauchtwagen und Bekleidung gab es im letzten Monat wieder Preisnachlässe, was indirekt Folge einer Verbesserung der Lieferkettenproblematik sein dürfte. An anderer Stelle nahm der Preisdruck hingegen stark zu, so zum Beispiel bei Neuwagen. Außerdem ist aufgrund der relativ niedrigen Corona-Neuinfektionen die Nachfrage nach Flugreisen rasant angestiegen, sodass die Airlines ihre Preise kräftig anheben konnten. Und auch bei den Wohnungsmieten blieb der Preisdruck angesichts der hohen Immobilienpreise markant.


Mit Blick auf die kommenden Monate sollte sich die Inflationsrate in den USA weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegen. Die Unsicherheit rund um den Krieg in der Ukraine bleibt vorerst groß, was zu neuen Preisspitzen bei Kraftstoffen führen könnte. Außerdem erwarten wir vor allem bei den Dienstleistungen angesichts der hohen Lohnsteigerungen auch in den nächsten Monaten hohe Preissteigerungen.


-- Alexander Buhrow


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