Rekord-Dividende von 57 Mrd. wird ausgeschüttet

Die hundert größten Unternehmen am deutschen Aktienmarkt haben das Corona-Tief endgültig hinter sich gelassen.

 

Wir erwarten, dass die HDAX-Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 etwa 57 Mrd. Euro Dividende ausschütten werden. Nachdem die Auswirkungen des Coronavirus die Vorjahre belastet und zu einem deutlichen Einbruch geführt hatten, stiegen die Ausschüttungen zuletzt wieder kräftig an. Ein sattes Plus von 30% steht hier zu Buche, auch wenn sich die Vergleichszahlen auf eine niedrige Basis beziehen. Die letzte Saison war durch Ausschüttungsbeschränkungen, zum Teil regulatorisch begründet, gekennzeichnet.
 
Der Löwenanteil der Dividenden wird aus den Sektoren Automobile, Industrie und Versicherungen bestritten. Diese Branchen stellen mehr als 50% der ausgeschütteten Dividenden. Die großen Zahler stammen somit überwiegend aus den etablierten Sektoren, der „Old Economy“. Der größte Anteil der Dividenden stammt mit deutlichem Vorsprung aus der Branche der Automobile und Zulieferer mit knapp 25%.
 
Trotz der aktuellen Krisenherde haben 63% aller Unternehmen ihre Dividende angehoben. Unter ihnen sind auch einige zu finden, die im letzten Jahr keine Ausschüttungen vornahmen. Neben einigen Werten aus der zweiten Reihe fallen aus dem DAX-Bereich hier erneut die Automobilhersteller positiv auf. Mit Blick auf den HDAX werden unterdessen nur 4% aller Indexmitglieder die Dividende kürzen, die in diesen Fällen unter absoluten Aspekten dennoch meist überdurchschnittlich ausfällt. 17% der Unternehmen zahlen keine Dividenden, im letzten Jahr war hier allerdings eine Quote von 20% zu beobachten.

Auf Sicht der nächsten 12 Monate versprechen DAX 40, Euro Stoxx 50 und Stoxx 600 eine Ausschüttungsrendite von etwa 3,5%. Die Ausschüttungsrendite liegt im DAX damit langfristig gesehen im oberen Mittelfeld. Trotz steigender Konkurrenz durch die anziehenden Bundrenditen schneiden die Dividenden in Europa damit weiterhin positiv ab. Der Aufschlag gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen liegt für das deutsche Premiumsegment bei etwa 2,5%. Der Aufschlag gegenüber den Renditen riskanterer Unternehmensanleihen ist ebenfalls geringer geworden. Dieser liegt mit 1,2%, aber immer noch auf einem historisch soliden Niveau.
 
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Dividenden neben Kursgewinnen längerfristig einen beachtlichen Teil zur Gesamtrendite von Aktien beitragen. Entscheidend für den längerfristigen Investmenterfolg ist daher die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells eines Unternehmens und seiner Dividendenpolitik. Diese Tatsache findet Beachtung bei der Zusammenstellung der „DZ BANK Dividendenaristokraten“.

 

-- Stephen Schneider, Sven Streibel


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