EWU-Inflationsrate steigt ungebremst weiter!

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat im März ein neues Rekordhoch erreicht. Vor allem die hohen Energiepreise treiben den Kostendruck. In den nächsten Monaten könnte die Inflation sogar noch etwas anziehen.


Die Inflationsrate im Euro-Raum hat im März von 5,9 auf 7,5% angezogen. Wenig überraschend trugen die Energiepreise wieder einmal den Löwenanteil zum Preisanstieg bei. Für Energie mussten die europäischen Verbraucher 44,2% mehr zahlen als vor einem Jahr! Dies ist natürlich eine Folge der russischen Invasion in die Ukraine, durch die die Preise für Rohöl und Erdgas unter großen Schwankungen deutlich gestiegen sind. Aber nicht nur Energie verteuerte sich. Auch für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher im März deutlich mehr zahlen.


Selbst ohne die volatilen Bereiche Energie und Nahrungsmittel ist der Druck bei den Verbraucherpreisen deutlich erhöht. Denn auch die Preise für industrielle Güter und für Dienstleistungen legten weiter zu, sodass die Kernrate mittlerweile die 3%-Marke geknackt hat. Neben den schon seit Monaten bestehenden Problemen bei den Lieferketten erzeugen die steigenden Energie- und Rohstoffpreise auch bei den Unternehmen einen hohen Kostendruck, der an die Verbraucher weitergegeben wird.


Wie geht es nun weiter? Solange sich Im Krieg in der Ukraine keine Beruhigung abzeichnet, dürfte sich die Entwicklung bei den Verbraucherpreisen kurzfristig wohl erstmal nicht entspannen. Solange die Diskussionen über einen möglichen Lieferstopp russischer Energielieferungen an Europa oder über einen europäischen Einfuhrboykott anhalten, ist bei den Preisen für Öl und Gas nicht mit einer Beruhigung zu rechnen. Zudem ist aufgrund der Meldungen aus China bezüglich der Omikron-Welle und rigorosen Lockdown-Maßnahmen aufgrund der „Null-Covid-Strategie“ weiterhin mit Stress für die Lieferketten zu rechnen. Ein Ende der Fahnenstange ist bei der steigenden Inflationsentwicklung also noch nicht absehbar.


-- Dr. Christoph Swonke


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