Europäische Aktienindex-Ziele reduziert

Das aktuelle Kriegsgeschehen dürfte vor allem den europäischen Aktienmarkt mittelfristig belasten. Wir reduzieren deshalb die Halbjahres- und Jahresend-Ziele für den DAX und den Euro Stoxx 50.

 

Der Russland-Ukraine-Krieg birgt insbesondere für Europa realwirtschaftliche Risiken, es besteht Unsicherheit bezüglich der zukünftigen europäischen Energieversorgung sowie einer weiteren Verschärfung der globalen Lieferkettenproblematik. Die hohe Abhängigkeit von russischen Energieträgern macht die europäische Unternehmenslandschaft, allen voran Deutschland, sehr viel verwundbarer als beispielsweise die US-amerikanische. Die Investorenstimmung am europäischen Aktienmarkt sollte daher verständlicherweise für die schwer absehbare Dauer des Konflikts ungleich stärker beeinträchtigt bleiben. Der Konsensus geht für den DAX bereits von einem leichten Gewinnrückgang in 2022 aus.

 

Wir tragen dieser Entwicklung Rechnung und senken unsere Halbjahres- und Jahresend-Prognosen für den DAX (per 30.06.2022 auf 15.000, per 31.12.2022 auf 16.000) und den Euro Stoxx 50 (per 30.06.2022 auf 4.100, per 31.12.2022 auf 4.300) ab. Alle übrigen Aktienindex-Ziele, auch die für den S&P 500, bleiben bestehen.

 

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, sind Krisenzeiten mit anfänglichen (Aktien-) Marktübertreibungen untrennbar verbunden. Diese dürften sich nach einer realistischen Einwertung der Lage und der ökonomischen Auswirkungen wieder einpendeln. Wir beobachten das weitere Geschehen und behalten uns eine zeitnahe Neubewertung der Indexprognosen vor.

-- Christian Kahler, Sven Streibel

 


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