Welthandel wird Spielball der Omikron-Variante

Der Welthandel bleibt auch zu Beginn des neuen Jahres merklich gestresst. Ob und wann sich das Problem letztendlich entspannt, ist im Besonderen von der Null-Covid-Strategie Chinas abhängig. Durch die sich rasant ausbreitende Omikron-Variante sind wiederholte Störungen in Chinas Häfen und Produktionsstätten absehbar. Der Welthandel könnte dadurch immer wieder gestört werden.

Einer der unliebsamen Wegbegleiter des neuen Jahres bleiben die Probleme der gestressten globalen Lieferketten, die sich im Laufe des Jahres 2021 merklich zugespitzt hatten. Bei den Unternehmen wurden Produktionsbänder ausgebremst oder standen sogar temporär still.

Im Euro-Raum sind laut einer Erhebung der EU-Kommission inzwischen die Hälfte aller Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von den Materialengpässen betroffen. Besonders deutlich bekommen dies die Autobranche, die Betriebe zur Fertigung von elektronischen Erzeugnissen sowie der Maschinenbau zu spüren. Die Intensität der Engpässe ist im Ländervergleich dabei aber nicht ganz einheitlich. An der Spitze der gemeldeten Lieferknappheit liegt Deutschland. Hier verzeichneten zuletzt 81% aller Industrieunternehmen eine Beeinträchtigung der Produktion durch fehlende Vorprodukte.

Ob und wann sich die gestressten globalen Lieferketten letztendlich entspannen, hängt im Besonderen von der Null-Covid-Strategie Chinas ab. Die Regierung in Peking verfolgt eine rigorose Abschottungspolitik, um die Ausbreitung von Corona mit allen Mitteln zu verhindern, wodurch es im vergangenen Jahr wiederholt zu Blockaden wichtiger chinesischer Frachthäfen gekommen ist. Auch vor der Abschottung ganzer Millionenstädte schreckt die chinesische Regierung, wie aktuell im zentralchinesischen Xi’an, nicht zurück.

Mit der Omikron-Variante und den explodierenden Fallzahlen ist in der Mehrzahl der Länder ein zusätzlicher Risikofaktor hinzugekommen, der vor allem die Null-Covid Strategie Chinas auf einen neuen Prüfstand stellt. Es ist abzusehen, dass es durch die Ausbreitung der Variante zu wiederholten Störungen in Häfen und Produktionsstätten Chinas kommen kann. Eine baldige Auflösung der Lieferkettenproblematik ist vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten. Der Welthandel könnte dadurch immer wieder empfindlich gestört werden.

 

-- Matthias Schupeta



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