US-Zinswende: Historisch kein Garant für weitere USD-Stärke

Zu den wenigen verlässlichen Komponenten der turbulenten letzten Monate dürfte die gute Performance des Dollars zählen, die wesentlich auf der Erwartung einer baldigen Zinswende in den USA beruht. Bekanntlich preisen die Märkte inzwischen fast schon vier Zinsschritte für das laufende Jahr ein … ein Prozess, den der Dollar mit einer handelsgewichteten Aufwertung von bis zu 8% seit Mai begleitet hat. Wer würde widersprechen, dass er künftig erst recht auf der Siegerstraße unterwegs sein wird, wenn die Fed diesen Erwartungen Taten folgen lässt? Wir wagen es! Das DZ BANK Research beurteilt die Zinsschritte für 2022 zwar defensiver als der Markt, doch das ist bei Weitem nicht der einzige Grund für unsere nur verhaltenen USD-Perspektiven. Vielmehr ziehen wir unsere Lehren aus den geldpolitischen Erfahrungen, die der Dollar früher (1994, 1999, 2004, 2015) gesammelt hat.
 

 

Beim Blick in die Geschichtsbücher sollten bei eingefleischten USD-Bullen die Alarmglocken klingeln. Während der letzten Phasen mit US-Zinswenden nach oben konnte der Dollar nicht nur keinen weiteren Profit aus den Schritten der Fed schlagen, er hat sogar durchweg abgewertet. Die größten positiven Impulse waren in den Monaten vor der eigentlichen Zinswende zu beobachten. Das ist selbstredend keine Garantie, dass ihm auch 2022 das gleiche Schicksal blüht; es sollte aber Prognosen in Frage stellen, die eine USD-Aufwertung monokausal nur mit dem Fed-Ausblick begründen und sie zudem für geradezu unausweichlich halten.

 

-- Dorothea Huttanus


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