Europäische Bankaktien profitieren vom positiven Marktumfeld
Trotz der starken Kursentwicklung der Bankaktien im Euroraum im laufenden Jahr bleiben wir bei unserer positiven Einschätzung für den Sektor. Eine weiterhin attraktive Bewertung, steigende Gewinne in den kommenden Jahren und ein freundliches Marktumfeld sind die entscheidenden Gründe für unsere Einschätzung.
Die Bankaktien im Euroraum haben ihre eindrucksvolle Kursentwicklung der letzten Jahre im laufenden Jahr fortgesetzt, auch wenn die Kurse aktuell auf hohem Niveau zu konsolidieren zu scheinen. Wir sehen Bankaktien im Euroraum aus folgenden Gründen weiterhin als interessantes Investment: 1) Die Bewertung ist mit einem 2027e-KGV von 10x und einem Kurs/Buchwert von 1,4x (ROE: 14%) weiterhin attraktiv, auch wenn die Bewertung im historischen Vergleich zugelegt hat – das ist aber aufgrund der deutlichen Profitabilitätsverbesserung u.E. gerechtfertigt. 2) Die Konsensgewinnschätzungen gehen von einem durchschnittlichen Wachstum von 11% p.a. in den kommenden Jahren (CAGR 2026-2028e) aus, d.h. das Ergebnis Momentum bleibt positiv. Die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr sind in den letzten Monaten weiter angehoben worden und zeigen dementsprechend, dass die Banken weiter in der Lage sind, Investoren positiv zu überraschen. Die wichtigsten Treiber sind steigende Erträge bei unterproportional wachsenden Kosten. Die CIR-Prognose für 2028 liegt bei 43,2%, eine Verbesserung um 210 Basispunkte ggü. 2026. 3) Das Marktumfeld bleibt gut für die Banken. Sowohl die kurz- als auch die langfristigen Zinsen sind im Jahresverlauf angestiegen, was sich c.p. positiv auf den Zinsüberschuss auswirken sollte. Das Kapitalmarktumfeld ist weiterhin freundlich, was zu wachsenden Provisionserträgen sowohl im Investmentbanking als auch im Privatkundengeschäft führen sollte. Die Risikokosten bleiben trotz des deutlichen Anstiegs der Unternehmensinsolvenzen auf einem relativ niedrigen Niveau. Dazu kommt, dass die Wachstumsprognosen wichtiger Wirtschaftsforschungsinstitute für Europas wichtigste Volkswirtschaft, Deutschland, in den letzten Wochen nach oben angepasst wurden, was zum Großteil mit den angekündigten Infrastruktur- bzw. Verteidigungsinvestitionen zu tun hat.
Wir bevorzugen Banken, die entweder besonders stark vom Zinsanstieg der letzten Monate profitieren, wie z.B. Banken mit einer großen Bedeutung des Privatkundengeschäfts, und/oder Banken, die gegenüber dem Sektor eine relative Unterbewertung aufweisen.
-- Dr. Philipp Häßler

