Einkaufsmanagerbefragung: Die Krise im Nahen Osten wird zum Problem!
Der Composite-Einkaufsmanagerindex im Euro-Raum sank von 48,8 auf 47,5 Punkte weiter ab. Steigende Kosten, ausbleibende Nachfrage und Lieferengpässe belasten die Wirtschaft.
Die Belastungen für die europäische Wirtschaft durch die Sperrung der Straße von Hormus steigen. Der Inflationsdruck nimmt zu, die Nachfrage bleibt aus und Lieferengpässe belasten zunehmend. Für das laufende zweite Quartal signalisieren die Umfragedaten eine empfindliche Abbremsung der Konjunktur. Und solange die Krise am Persischen Golf anhält, ist nicht mit einer Verbesserung zu rechnen.
Der Composite Einkaufsmanagerindex von S&P Global ist im Mai für den Euro-Raum um 1,3 Punkte auf 47,5 Punkten weiter gesunken. Dabei verhinderte die Industrie einen noch stärkeren Rückgang. Die entsprechende Messzahl blieb trotz Einbußen noch über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Die Stimmung der Dienstleister rutschte dagegen weiter in den kontraktiven Bereich ab.
Den vorläufigen Angaben zufolge belasteten Rückgänge bei Produktion und Auftragseingängen das Geschäft. In der Folge sanken die Einstellungsabsichten, zudem trübten sich die Geschäftsaussichten weiter ein. Außerdem stieg der Kostendruck, wobei nach Angaben von S&P Global stark steigende Beschaffungskosten bisher nur zu einem begrenzen Anstieg der Verkaufspreise geführt haben. In der Industrie berichteten die Unternehmen aus Angst vor Lieferengpässen von verstärkten Bemühungen zur Bevorratung. Dies stützte die Produktion. Allerdings machen sich bereits jetzt Störungen der Lieferbeziehungen bemerkbar und erschweren die Lage.
Der Composite-Einkaufsmanagerindex in Deutschland konnte sich im Mai sogar leicht um 0,2 Zähler auf 48,6 Punkte verbessern. Während die Messzahl für die Industrie nachgab und leicht unter die neutrale Marke von 50 Indexpunkten rutschte, stieg sich die Stimmung der Dienstleister – allerdings auf niedrigem Niveau. Die nachlassende Nachfrage bereitet den Unternehmen zunehmend Sorgen. Um die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, fahren die Unternehmen ihre Beschäftigungsabsichten zurück.
In Frankreich ist der Composite-Einkaufsmanagerindex regelrecht abgestürzt. Er sank von ohnehin schon niedrigen 46,7 Zählern im April auf 43,5 Punkte. Niedriger fiel das Stimmungsbarometer nur im Pandemie-Jahr 2020 aus! Sowohl bei den Dienstleistern als auch in der Industrie gab das Stimmungsbarometer nach, wobei die Messzahl für den Dienstleistungsbereich mit 42,9 Punkten außerordentlich pessimistisch ausfällt.
-- Dr. Christoph Swonke

