Weltweiter Chipmarkt nimmt im Mai weiter an Fahrt auf

Der globale Chipmarkt ist nach einem schwachen Jahr 2023 wieder auf Wachstumskurs. Im Mai hat sich die Erlösdynamik sogar noch beschleunigt. Wichtigste Treiber sind weiterhin die stark anziehende Verbreitung von Anwendungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie die hohe Nachfrage nach Chips für das Hochleistungsrechnen (High Performance Computing). Diese positiven Trends dürften sich im Jahresverlauf fortsetzen.

 

 

 

Laut Angaben des Branchenverbandes SIA (Semiconductor Industry Association) ist der weltweite Halbleiterumsatz im Mai 2024 gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,3% auf 49,2 Mrd. USD gestiegen. Damit hat sich die Erlösdynamik im Vergleich zu den beiden Vormonaten (März: +15,3%; April: +15,8%) spürbar beschleunigt. Es ist ferner das größte Plus seit April 2022. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 lag das Erlöswachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 16,9%. Zweistellige Zuwachsraten verbuchten auf Jahressicht die Regionen Amerika (+43,6%), China (+24,2%) und Asien/Pazifik (+13,8%), während die Erlöse in Europa (-9,6%) und Japan (-5,8%) nachgaben.

 

Anfang Juni hatte die Organisation WSTS (World Semiconductor Trades Statistics) aufgrund der hervorragenden Perspektiven im KI-Bereich die Prognose für das Erlöswachstum im Jahr 2024 von 13,1% auf 16,0% angehoben. Für das Jahr 2025 wurde ein weiteres Plus von 12,5% avisiert.

 

Die hohe Wachstumsrate bei Speicherprodukten dürfte insbesondere auf sogenannte HBM-Chips (High Bandwith Memory-Chips) zurückzuführen sein. Sie kommen vor allem bei der Analyse und Verarbeitung großer Datenmengen (Hochleistungsrechnen) sowie beim Training und der Anwendung von KI-basierten Sprachmodellen (Large Language Models) zum Einsatz, welche die Basis für Chatbots wie „ChatGPT“ und „Gemini“ bilden.

 

Zusätzliche Impulse sollten davon ausgehen, dass künftig immer mehr Computer und Smartphones mit Prozessoren ausgerüstet werden, die eine Durchführung von KI-Anwendungen, wie z.B. das Erstellen von Bildern und Texten oder das Durchführen von Tabellenkalkulationen, direkt auf dem Endgerät - ohne den Umweg über ein Rechenzentrum - ermöglichen. Wir erwarten, dass dies für viele Verbraucher einen Anreiz darstellt, ihre alten Modelle durch „KI-fähige“ Produkte zu ersetzen. In Summe erwarten wir deshalb, dass der weltweite Halbleiterumsatz in den kommenden Jahren neue Rekordwerte erreichen wird und halten es für möglich, dass die Umsatzprognose der WSTS  für 2024 übertroffen wird.

-- Ingo Wermann


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