Bau- und Immobiliensektor: Krise für die einen, Chance für die anderen

Effizientes Bauen und Sanieren benötigt innovative Unternehmen und intelligente Gebäude, um die Energie- und Wärmewende voranzubringen und diese mit Wohnkomfort zu kombinieren.

 

 

Der Immobilienmarkt befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Kannten die Preise – getrieben durch niedrige Zinsen und eine üppige Liquiditätsbereitstellung vonseiten der Europäischen Zentralbank – über Jahre hinweg nur den Weg nach oben, ging es seit Mitte 2022 deutlich bergab. In Kombination mit den steigenden Baukosten hat das geänderte Zins- und Renditeumfeld auch der Baubranche spürbar zugesetzt. Die Neubaugenehmigungen brachen ein, das Geschäftsklima bewegt sich auf sehr niedrigem Niveau.

 

Mittlerweile zeichnet sich zwar eine Bodenbildung ab, haben die Immobilienpreise und die Neubaugenehmigungen doch zuletzt insgesamt weniger stark nachgegeben als noch in den Monaten zuvor. Enorme Herausforderungen bleiben jedoch bestehen. Insbesondere muss sich der Bau- und Immobiliensektor darauf einstellen, dass die ultraexpansive Geldpolitik der Vergangenheit angehört, während zugleich die Baukosten in den nächsten Jahren tendenziell weiter ansteigen werden. Hinzu kommen strenger werdende Regulierungsvorschriften. Diese haben das Ziel, sowohl Bestands- als auch Neubauten in die Transformation zugunsten eines nachhaltigeren Lebens und Wirtschaftens zu integrieren.

 

Um diese Ziele zu erreichen, können staatliche Maßnahmen, darunter Fördergelder oder eine Absenkung der Kaufnebenkosten, zwar einen Beitrag leisten. Allerdings wird es vor allem auf die beteiligten Unternehmen ankommen, Lösungen durch innovative Ansätze zu generieren. Das beginnt bei großen Immobilienkonzernen. So lassen sich beispielsweise in Quartieren die Versorgung mit erneuerbaren Energien und Maßnahmen zur generellen Reduktion von CO2 (Stichwort Ladeinfrastruktur) wirtschaftlich umsetzen. Zudem haben große Konzerne die Möglichkeit, durch serielles Bauen schnell und effizient ganze Straßenzüge zu sanieren.

 

Generell ist die Sanierung von Bestandsgebäuden unter Umweltgesichtspunkten einem Abriss inklusive anschließendem Neubau vorzuziehen. Schließlich gehen bei Letzterem die Materialien des Gebäudes sowie sämtliche Energie und Ressourcen, die bereits für Herstellung, Transport und Montage dieser Materialien aufgewendet wurden, verloren. Der Handel muss folglich Heim- und Handwerker mit entsprechenden Materialien ausstatten, die zur energetischen Sanierung benötigt werden.

 

Im Großen und Kleinen helfen kann der Einsatz von Smarter Technologie. Smart Buildings ermöglichen laut Branchenexperten durch den Einsatz von intelligenten Technologien und Systemintegrationen Kosten- und Energieeinsparungen von 30%. Intelligente Gebäude sind damit ein entscheidender Faktor, um die Energie- und Wärmewende mitzugestalten. Insbesondere Unternehmen aus dem Industrie- und Investitionsgüterbereich sind in der Lage, derartige Projekte umzusetzen.

-- Sören Hettler


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