Bitcoin: 14 Tage in Folge im Plus – längste Serie seit 2013

Der Bitcoin profitiert derzeit von der positiven Stimmung an den Finanzmärkten und konnte dabei die Marke von 20.000 USD zurückerobern.
 

Der Bitcoin-Kurs hat den Preisabsturz nach dem Skandal um die Krypto-Börse FTX Anfang November überwunden. Über 25% konnte die bedeutendste Kryptowährung seit Jahresbeginn zulegen und am 14. Januar erstmals seit gut 10 Wochen wieder die Marke von 20.000 USD hinter sich lassen. Bis Mitte Januar stieg der Kurs 14 Tage in Folge an. Dies stellt die zweitlängste positive Serie nach November 2013 (damals 15 Tage) dar. Vor allem das aufgehellte Stimmungsbild an den internationalen Finanzmärkten hat der weltweit bedeutendsten Kryptowährung Auftrieb verliehen. Einen wesentlichen Einflussfaktor stellen in diesem Zusammenhang die zunehmenden Hoffnungen auf ein baldiges Ende der weltweiten Leitzinserhöhungen aufgrund der zuletzt rückläufigen Inflationsraten in den USA und Europa dar. Ein weiterer Grund für das positive Sentiment ist das Ende der Null-Covid-Politik in China. Erfreuliche Meldungen gibt es des Weiteren aus dem Krypto-Sektor. Die Insolvenzverwalter von FTX konnten laut jüngsten Aussagen einen Betrag in Höhe von etwa 5 Mrd. USD an liquiden Vermögenswerten sicherstellen. Zumindest ein nennenswerter Teil der ausstehenden Verbindlichkeiten der Krypto-Börse könnte damit bedient werden.

 

In Stein gemeißelt ist der derzeitige Stimmungsaufschwung am Krypto-Markt dennoch nicht. Nicht auszuschließen ist beispielsweise, dass Federal Reserve und EZB für einen längeren Zeitraum eine restriktivere Geldpolitik fahren (müssen), als derzeit von den Marktteilnehmern mehrheitlich erwartet wird. Und schlussendlich bleibt abzuwarten, ob und inwieweit sich die Corona-Lage in China in den nächsten Monaten tatsächlich nachhaltig entspannt. Zudem gibt es immer wieder Negativschlagzeilen aus dem Krypto-Segment, darunter drohende Insolvenzen bedeutender Marktteilnehmer. Ein Fragezeichen steht aktuell vor allem hinter dem künftigen Engagement institutioneller Investoren, die im Jahr 2021 zunehmend in den Krypto-Markt eingestiegen waren. Medienberichten zufolge fällt deren Kaufbereitschaft weiterhin gering aus. Dies kann darauf hindeuten, dass diese Investorengruppe noch nicht von einem nachhaltigen Aufschwung überzeugt sind.

 

Während die Skeptiker die jüngste Erholung lediglich als kurzzeitiges Aufbäumen bewerten, sehen die Befürworter den Boden für einen nachhaltigen Aufschwung bereitet. Beide Seiten haben gute Argumente. Wenn die vergangenen Monate aber eines gezeigt haben, dann die Schwierigkeit, zumindest annähernd verlässliche Aussagen über die künftige Kursentwicklung von Bitcoin & Co. zu treffen.

 

-- Marcel Heinrichsmeier


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