Künstliche Intelligenz revolutioniert Medizintechnik

KI in der Medizintechnik kann helfen, drängende, durch den demografischen Wandel verursachte Probleme im Gesundheitswesen zu lösen.
 

Der demografische Wandel hat starke Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme. Einerseits gibt es durch die alternde Weltbevölkerung immer mehr Patienten mit schweren Erkrankungen. So wird die Zahl der über 65-jährigen laut UN in den nächsten dreißig Jahren von 700 Millionen auf 2,1 Milliarden ansteigen. Andererseits rücken immer weniger neue Ärzte und Pflegekräfte nach. Künstliche Intelligenz kann einen wesentlichen Beitrag leisten, diese drängenden Probleme zu lösen, indem sie immer mehr menschliche Funktionen übernimmt und die Arbeitsprozesse optimiert. Deloitte und McKinsey schätzen die Einsparpotenziale auf etwa 200 Mrd. Euro (Europa) und 270 Mrd. US-Dollar (USA) pro Jahr. Dies entspricht etwa 8 - 12% der jährlichen Gesundheitsausgaben. Außerdem könnten allein in Europa laut Deloitte jedes Jahr 400.000 Menschenleben durch den Einsatz von KI gerettet werden.

 

Im Gesundheitswesen werden sehr große Datenmengen erzeugt. Dazu zählen Patientenüberwachungsdaten, Labordiagnostik und vor allem Bilddaten aus Ultraschall- und Röntgengeräten, Magnetresonanz- sowie Computertomographen. Zusätzlich fallen Verwaltungsdaten an, wie Patiententermine, Krankenhausbelegungspläne, Personalpläne, Einkaufslogistik und Energiemanagement. Diese Datenmengen bieten ideale Bedingungen sowohl für das Training als auch den Einsatz künstlicher Intelligenz.

 

Es gibt bereits eine Vielzahl von Anwendungsbereichen vor allem in der bildbasierten Diagnostik wie die KI-gestützte Erkennung von Tumoren, Knochenbrüchen oder Augenerkrankungen. Außerdem werden in Pilotprojekten bereits die “Kommandozentralen” ganzer Krankenhäuser von künstlicher Intelligenz mitgesteuert. Aber eigentlich stehen die Technologien erst am Anfang ihrer riesigen Möglichkeiten. Die Marktforscher von MarketsandMarkets erwarten fast eine Verzehnfachung des Marktes auf 67 Mrd. US-Dollar bis 2027. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 46%.

 

-- Sven Kürten


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