EWU-Inflationsrate auf Rekord-Niveau zwingt EZB zum Handeln!

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat im Mai ein neues Rekordhoch erreicht. Neben den hohen Energiepreisen treiben auch die die Nahrungsmittelpreise den Kostendruck. Die EZB wird daher die geldpolitische Wende einläuten.

 

 

 

 

Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im Mai von 7,5% auf 8,1 angestiegen, ein neues Rekordniveau. Wenig überraschend trugen die Energiepreise wieder einmal den Löwenanteil zum Preisanstieg bei. Aber auch für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher im Mai deutlich tiefer in die Tasche greifen. Nahrungs- und Genussmittel verteuerten sich zum Vorjahr um 7,5%. Hintergrund ist vor allem der Überfall Russlands auf die Ukraine: Befürchtungen um Probleme bei der Lebensmittelversorgung treiben die Nahrungsmittelpreise.

 

Selbst ohne die Segmente Energie sowie Nahrungs- und Genussmittel ist der Druck bei den Verbraucherpreisen hoch. Denn auch die Preise für industrielle Güter und für Dienstleistungen legten weiter zu, sodass die Kernrate mittlerweile nahe der 4%-Marke liegt. Die hohe Teuerungsrate belastet die Kaufkraft der Verbraucher. Haushalte mit relativ geringen Einkommen leiden unter der Verteuerung von Nahrungsmitteln und Energie ganz besonders. Je länger der Preisdruck auf Verbraucherebene anhält, desto mehr Gegenwind bedeutet dies für die Konsumkonjunktur.

 

Wie geht es nun weiter? Solange sich zwischen Russland und der Ukraine kein Waffenstillstand abzeichnet, dürfte sich die Entwicklung bei den Verbraucherpreisen wohl erstmal nicht entspannen, auch wenn beispielsweise die Entlastungsmaßnahmen in Deutschland für eine gewisse Erleichterung sorgen dürften.

 

Die Europäischen Zentralbank steht damit unter Zugzwang. Die Währungshüter dürften im Rahmen der Juni-Ratssitzung die grundlegenden Weichen für eine erste Straffung der Geldpolitik stellen und im Juli den ersten Zinsschritt folgen lassen. Dies stellt aber erst den Beginn des Zinserhöhungszyklus dar. Weitere Schritte werden folgen. Wie schnell die EZB dabei vorgehen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie stark die hohe Inflationsrate entsprechende Lohnerhöhungen nach sich zieht.

-- Dr. Christoph Swonke


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