Konjunktur

Deutsche Konjunktur war überraschend schwach in den Sommermonaten

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Deutschland fielen recht enttäuschend aus. So ist die Produktion in der Industrie und im Baugewerbe im August um mehr als 1 % gesunken. Das ist der stärkste monatliche Rückgang seit einem Jahr. Auch die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe haben sich zuletzt schwach gezeigt, sie waren im August sogar schon den zweiten Monat in Folge rückläufig. Sicherlich sollten einzelne Monatswerte – besonders in den Sommermonaten – nicht überbewertet werden. So weist das Bundeswirtschaftsministerium bei der Interpretation der Daten auch ausdrücklich darauf hin, dass der späte Termin der Sommerferien in vielen Bundesländern in diesem Jahr sicherlich zu dem schwachen August-Ergebnis in der Industrie beigetragen hat. Aber auch unabhängig von kurzfristigen Schwankungen lässt sich nur wenig Aufwärtsdynamik im deutschen Industriesektor feststellen. Die Wachstumsrate der Industrieproduktion liegt derzeit allenfalls zwischen 1 und 2 %, und das ist deutlich weniger als in früheren Erholungsphasen. Hintergrund ist die Schwäche der Weltwirtschaft, die…

Deutschland – der Vorzeigeathlet setzt Speck an

Deutschland hat sich auf den erfolgreichen Reformen der Vorjahre ausgeruht. Stück für Stück verlieren wir hierzulande an Wettbewerbsfähigkeit. Noch spüren wir zwar keine negativen Auswirkungen auf unser Wirtschaftswachstum. Doch mittelfristig wird Deutschland an Wachstumsdynamik verlieren, wenn nicht gegengesteuert wird. Dann drohen die Deutschen Unternehmen, die in den letzten Jahren eroberten Marktanteile, wieder zu verlieren. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen auf internationalen Märkten wird maßgeblich durch die Entwicklung der Lohnstückkosten bestimmt. Besonders innerhalb des Euro-Raums, wo Wechselkurse keine Rolle mehr spielen, sind Lohnentwicklung und Produktivität, die entscheidenden Einflussgrößen, aus denen sich die Lohnstückkosten ergeben. Je stärker die Lohnstückkosten im Vergleich mit anderen Ländern ansteigen, desto mehr gerät die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation in Gefahr. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert der Mechanismus wie folgt: Die Lohnstückkosten berechnen sich aus den Lohnkosten je Beschäftigten im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität. Die Produktivität ist das Produktionsergebnis jedes Beschäftigten. Steigen die Löhne bei gleichbleibender Produktivität verliert das betroffene Unternehmen an…

USA: Weitere Konjunkturabschwächung im 2. Quartal 2012

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal weiter an Tempo verloren. Das BIP stieg nur noch um 1,5% (Q/Q, annualisiert), nach 2,0% im 1. Quartal. Die jüngste Wachstumsabschwächung beruht vor allem auf Einbußen bei der Konsumdynamik. Auch der Außenhandel wirkte im abgelaufenen Quartal bremsend. Die USA spüren die verhaltenere Nachfrage etwa aus China, aber auch die Turbulenzen rund um die Schuldenkrise in Euroland. Positiv stach vor allem der Wohnungsbau heraus, der sich nun mit erkennbar positiven Wachstumsbeiträgen auf niedrigem Niveau weiter zu stabilisieren scheint. Dass die Binnennachfrage wegen der schwächeren Konsumlust nicht mehr so robust ist wie noch am letzten Jahreswechsel kommt nicht überraschend. Immerhin war das zweite Quartal von einer recht schwachen Beschäftigungsdynamik geprägt, die auch das Konsumklima stark belastet hat: Von April bis Juni wurden pro Monat per Saldo nur noch 75 Tsd. neue Jobs geschaffen. Im Vorquartal sah das mit durchschnittlich 226 Tsd. neuen Stellen monatlich noch ganz…

Stimmung im Sommerloch

In der deutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima im Juli weiter verschlechtert. Gemäß vorläufiger Daten ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im laufenden Monat mit nur noch 43,3 Punkten sogar auf ein 3-Jahres-Tief gefallen. Im Juni stand der Index noch bei 45 Punkten, der neutrale Wert liegt indes bei 50. Damit hat sich die Stimmungseintrübung im Industriebereich in den vergangenen Wochen ungebremst fortgesetzt, die Messzahl für Deutschland liegt nun sogar unterhalb des Durchschnittswerts für das verarbeitende Gewerbe im Euro-Raum. Offenbar spüren immer mehr deutsche Industriebetriebe die negativen Auswirkungen der Krise in der Eurozone, der Optimismus, der noch in den ersten Monaten des Jahres vorherrschte, ist verflogen. Immerhin hält sich das Umfrageergebnis für den Dienstleistungssektor in Deutschland mit 49,7 Punkten noch im neutralen Bereich, und in der Bauwirtschaft laufen die Geschäfte weiterhin gut. Dennoch wächst das Risiko, dass die deutsche Konjunktur mehr und mehr unter der Krise in Südeuropa und…

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