Konjunktur

November-Lockdown drosselt die britische Wirtschaft erneut

Seit dem 6. Januar herrscht in Großbritannien wieder ein strenger Lockdown. Die Verbreitung einer hochansteckenden Mutation des Corona-Virus hatte die Zahl der Neuinfektionen über Weihnachten und Neujahr erschreckend schnell in die Höhe schießen lassen. Damit befindet sich das Land inmitten der dritten Infektionswelle, nachdem es gerade erst die zweite Welle vom Herbst mehr schlecht als recht unter Kontrolle gebracht hatte. Für den gesamten November hatte Premierminister Boris Johnson dem öffentlichen Leben einen weitgehenden Stillstand verordnet – nicht-essentielle Geschäfte, Freizeiteinrichtungen sowie Pubs und Restaurants mussten schließen, Arbeitnehmer waren aufgerufen, von zu Hause zu arbeiten. Welche Auswirkungen die Maßnahmen auf die britische Wirtschaft hatten, zeigen die aktuellen Zahlen zur Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt sank im November um gut 2 ½ Prozent gegenüber dem Vormonat Oktober – verglichen mit dem Frühjahr ein relativ glimpfliches Ergebnis. Hart getroffen hat es allerdings erneut die Gastronomie, deren Output sich im Monatsvergleich fast halbierte. Der Groß- und Einzelhandel…

Japan: Konsumsteueranhebung verschoben

So wie es aussieht wird Japans Premierminister Shinzo Abe die für den 1. April 2017 geplante Anhebung der Konsumsteuer von 8 auf 10 Prozent verschieben. Die Rede ist davon, dass sie nun erst im Oktober 2019 kommen soll. Es ist bereits die zweite Verschiebung dieses kontroversen Steuerprojektes, das im Wesentlichen dazu dienen soll, angesichts steigender Soziallasten die Budgetreserven der japanischen Sozialversicherung aufzufüllen. Als Begründung ist diesmal, wie schon bei der ersten Verschiebung vor 18 Monaten, die schwache Konjunktur genannt worden. Man erinnere sich: Die erste Stufe der Steueranhebung (von 5 auf 8 Prozent vom 1. April 2014) hatte ein rezessives Sommerhalbjahr 2014 zur Folge, und das Gesamtjahr 2014 schloss mit einem jahresdurchschnittlichen Wachstumsrückgang von -0,1 Prozent. Der Konsum hatte deutlich stärker reagiert als zuvor für möglich gehalten worden war, und war geradezu eingebrochen. Mit ihm wurde auch die Investitionstätigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Auch diesmal scheint – ungeachtet der überraschenden Wachstumsrate…

EWU: BIP-Wachstum in Q1 verdoppelt – Inflationsrate aber wieder in negativem Terrain

Das Wirtschaftswachstum der Europäischen Währungsunion hat sich im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Schlussquartal 2015 beschleunigt. Nach einem Plus von 0,3 Prozent verdoppelte sich gemäß heutiger Schnellschätzung die Zuwachsrate auf +0,6 Prozent im ersten Quartal 2016. Mit Beginn dieses Jahres ist die europäische Statistikbehörde Eurostat dazu übergegangen, eine erste Schätzung zur Wirtschaftsleistung rund 30 Tage nach Ablauf des jeweiligen Berichtsquartals zu veröffentlichen. Bislang hat Eurostat eine erste Schätzung erst nach rund 45 Tagen veröffentlicht. Damit stehen ab jetzt zeitgleich Wachstumszahlen für die großen Wirtschaftsräume zur Verfügung, denn für die USA wurden schon gestern erste Quartalszahlen vermeldet. Das stärkere Wachstum in der Währungsunion kommt nicht ganz überraschend. Auch wenn Eurostat noch keine detaillierte Aufgliederung des Wachstums mitgeliefert hat, lassen sich aus den vorliegenden Konjunkturindikatoren und den Informationen aus einigen Mitgliedsländern einige Rückschlüsse ziehen. Denn die vorliegenden Zahlen zur EWU-Industrieproduktion und zur Entwicklung im Bausektor haben schon eine höhere Gangart angedeutet. Auf…

Einkaufsmanagerbefragung im April: EWU-Konjunktur weiter mit moderater Erholung

Im April hat sich die Einschätzung der europäischen Einkaufsmanager aus der Industrie und dem Dienstleistungsbereich in Bezug auf ihre Geschäftsentwicklung kaum verändert. Nach Angaben von Markit ging der zusammengefasste Composite-Index um 0,1 auf 53,0 Indexpunkte zurück. Dahinter standen eine marginale Verbesserung im Service-Sektor und ein kleiner Rückgang bei der Industrie. Alle Indizes liegen weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Zum Beginn des zweiten Quartals bleibt das Bild der EWU-Wirtschaft damit nahezu unverändert. Der moderate Aufschwung dürfte sich weiter fortsetzen. Von einer steigenden Konjunkturdynamik kann aber auf Basis der Befragungsergebnisse noch immer keine Rede sein, trotz noch immer niedriger Energiepreise und der extrem expansiven Geldpolitik. In Deutschland zeigten sich die Einkaufsmanager im Industriebereich deutlich optimistischer. Der Teilindex nahm hier von 50,7 auf 51,9 deutlich zu und vergrößerte damit den Abstand zu der neutralen Marke von 50 Indexpunkten wieder. Die deutsche Industrie legt ihre Schwäche aus den Vormonaten weiter ab, denn…

Zeitenwende bei den deutschen Exporten

Zum Jahresbeginn 2016 ist das Klima im deutschen verarbeitenden Gewerbe so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Vor allem die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich in den letzten Wochen massiv verschlechtert. Hauptgrund für den dramatischen Einbruch ist die anhaltende Schwäche des Welthandels. Das spürt die deutsche Industrie unmittelbar in ihren Orderbüchern. Immerhin kommen schon seit vielen Jahren mehr als die Hälfte aller Aufträge aus dem Ausland. Daneben dürften aber auch die Turbulenten der letzten Wochen an den Finanz- und Rohstoffmärkten erheblich zur Verunsicherung beigetragen haben. Der Welthandel erlebte 2015 mit einem preisbereinigten Wachstum von rund zwei Prozent das schwächste Jahr seit der Krise 2009. Maßgeblich verursacht wurde diese Schwäche durch die einbrechende Importnachfrage aus Asien. So haben die Einfuhren der Industrieländer 2015 real um 3,6 Prozent zugelegt, während die Schwellenländer ihre Importe um 0,9 Prozent zurückgefahren haben. Dass die Importe der Industrieländer schneller steigen als die der…

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