Handelskrieg

Konjunktur in China: Guter Jahresauftakt, aber der Ausblick hat sich eingetrübt

Die chinesische Wirtschaft ist mit Schwung in das laufende Jahr gestartet. Die gute Konjunkturdynamik vom vergangenen Jahr konnte über den Jahreswechsel hinweg gehalten werden. Darauf deuten nicht nur die offiziellen Angaben zum Wirtschaftswachstum hin, die heute Morgen veröffentlicht wurden, auch zahlreiche Wachstums- und Umfrageindikatoren aus fast allen Bereichen der Wirtschaft zeigen eine robuste Entwicklung im ersten Quartal des Jahres. In den vergangenen Wochen haben die weltweiten Wachstumsrisiken jedoch weiter zugenommen, die Aussichten, vor allem für Chinas Exportkonjunktur, haben sich eingetrübt. Wir haben unsere Prognose für dieses Jahr gesenkt. Mit 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) das Wachstumstempo vom Schlussquartal 2017 gehalten und liegt nun schon zum dritten Mal in Folge auf diesem Niveau. Die offiziell gemeldete Wachstumsrate Chinas zeigt sich damit einmal mehr äußerst unbeweglich – ein Trend, der in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen hat und die Skepsis an den Wachstumsangaben Pekings sicherlich vertieft. Für…

Trump erhöht den Druck auf China

Nun also doch: Donald Trump zieht die Daumenschrauben im Handelskonflikt nochmals deutlich an und kündigt weitere umfangreiche Strafzölle auf Produkte an, die Amerika primär aus China bezieht. Sie sollen chinesische Importe im Wert von 60 Mrd. USD betreffen – das wären über 10 Prozent aller US-Einfuhren aus China und damit längst nicht mehr nur „peanuts“. Dagegen treffen die ab heute geltenden Zölle auf Stahl und Aluminium die chinesische Wirtschaft nur am Rande. China ist zwar der größte Stahlproduzent der Welt, die chinesischen Stahl-Exporte in die USA wurden aber längst durch Anti-Dumping-Maßnahmen signifikant gedrosselt. Zusammen mit den Ausfuhren von Waschmaschinen und Solarkollektoren, auf die die US-Regierung bereits vor Wochen Strafzölle eingeführt hat, machen sie nur rund 1 Prozent aller Ausfuhren Chinas in die USA oder weniger als 0,1 Prozent des chinesischen BIP aus. Bei den nun neu angedrohten Strafzöllen wären dagegen Waren im Umfang von knapp 0,5 Prozent des BIP betroffen…

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