Mittelstand kann sich Auswirkungen des Ukraine-Kriegs nicht entziehen

Eine aktuelle Sonderumfrage der DZ BANK zeigt, dass der Margendruck im Mittelstand durch gestiegene Kosten zugenommen hat. Die Unternehmen sehen Absatzpreissteigerungen als möglichen Ausweg.

 

 

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland können sich den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine nicht entziehen. Dabei ist es weniger der Zusammenbruch direkter Handelsbeziehungen, der der großen Mehrheit der Mittelständler Sorgen bereitet. Viel stärker treffen den Mittelstand die indirekten Auswirkungen. In unserer aktuellen Sonderumfrage unter mehr als 1.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland sagten daher auch mehr als drei Viertel der Befragten, dass ihnen Lieferengpässe derzeit Probleme bereiten.

 

Neben der Verschärfung der Lieferengpässe stellen insbesondere der rapide Anstieg der Rohstoffpreise sowie die Sorge vor (temporären oder dauerhaften) Lieferausfällen bei Erdgas-, Öl- und Kohleeinfuhren aus Russland die Unternehmen in Deutschland nicht nur im Mittelstand aktuell vor sehr große Probleme. Mehr als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen gaben an, dass die deutlich gestiegenen Preise für Benzin und Diesel ihr Geschäft bereits spürbar beeinträchtigen. Das gleiche gilt auch für die wesentlich höheren Kosten für Vorprodukte. Zudem gaben zwei Drittel der Mittelständler an, dass die gestiegenen Einkaufspreise auf ihre Margen drücken.

 

Um dem durch die Kostensteigerungen bedingten Druck auf die Margen beizukommen, sehen viele mittelständische Unternehmen Absatzpreiserhöhungen als einen möglichen Ausweg. Knapp 80% der Mittelständler gaben an, dass höhere Absatzpreise zumindest einen Teil der Kostensteigerungen ausgleichen sollen. Am größten ist der Druck zu einer Kostenüberwälzung in der Elektroindustrie und im Ernährungsgewerbe. Aber der Wunsch nach einer Kompensation der gestiegenen Kosten durch höhere Absatzpreise wird in allen Branchen jeweils von weit mehr als der Hälfte der Befragten geäußert.

 

Dadurch dürfte auch der Druck bei den Verbraucherpreisen weiter anhalten. Eine erhöhte Inflationsrate wird uns damit wohl vorerst weiter erhalten bleiben.

 

-- Dr. Claus Niegsch


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