Sonderumfrage: Hohe Kosten und Lieferkettenprobleme belasten den Mittelstand

Die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe, Vorprodukte und Energie machen auch dem deutschen Mittelstand zu schaffen. Zudem bremsen die Lieferprobleme bei Vorprodukten, aber auch bei Endprodukten insbesondere aus Asien aktuell das Wachstumstempo deutlich. Dies zeigt eine Sonderumfrage unter 1.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland.


Als Folge der hohen Kosten haben die Margen bei mehr als der Hälfte der Mittelständler nachgegeben. Bereits zwei Drittel der Befragten klagen über die Kostensteigerungen nach der Krise. Im Metall-, Automobil- und Maschinenbau, der Agrarwirtschaft und im Ernährungsgewerbe sind es sogar drei Viertel.


Die Kostensteigerungen lassen sich kaum in vollem Umfang an die Kunden weiterreichen, obwohl inzwischen auch die Erzeugerpreise deutlich anziehen. Besonders betroffene Unternehmen mussten sogar schon Aufträge wegen zu hoher Kosten ablehnen. Insgesamt scheint der Anteil dieser Mittelständler mit 16% zwar noch vergleichsweise gering zu sein. Im Metall-, Automobil- und Maschinenbau, der Chemie- und Kunststoffindustrie und im Baugewerbe sieht es aber schon etwas dramatischer aus. Hier war dies bereits bei rund jedem fünften Unternehmen der Fall.


Dass Energie, Rohstoffe und andere Vorprodukte knapp geworden sind, liegt am Wirtschaftseinbruch während der Corona-Krise und der dann im Zuge des Post-Corona-Booms global stark gestiegenen Nachfrage. Die resultierenden Preisanstiege sind aber nicht die einzige negative Folge dieser Entwicklung. Auch Container sind rar und Schiffe stauen sich vor wichtigen Seehäfen. Lieferkettenprobleme sorgen bereits bei knapp zwei Dritteln der befragten mittelständischen Unternehmen für längere Auftragsbearbeitungs- und Lieferzeiten. Besonders stark getroffen hat dies zwar zunächst die Industriebranchen. Mittlerweile ist aber selbst der Handel schon überdurchschnittlich betroffen.


Fast 30% der Mittelständler mussten bereits Aufträge wegen fehlender Waren ablehnen. Am stärksten betroffen davon sind die Einzelhändler. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Lieferengpässe längst nicht mehr auf das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft beschränkt bleiben.


Es gibt aber auch einzelne Lichtblicke. Trotz der Belastungen und der wieder deutlich gestiegenen Infektionsraten melden aber immerhin 40% der Befragten, dass die Nachfrage bereits das Vorkrisenniveau überschreitet. Für fast ebenso viele Mittelständler ist die Corona-Krise rein wirtschaftlich betrachtet sogar schon zu Ende.
 

 

Mehr dazu und den Download zur Studie finden Sie hier:
https://firmenkunden.dzbank.de/content/firmenkunden/de/homepage/research/Corona-Sonderumfrage.html

 

-- Dr. Claus Niegsch


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