Außenhandel Türkei: Die regionalen Schwerpunkte verschieben sich

Im internationalen Vergleich kennzeichnet die Türkei in diesem Jahr ein herausragend starkes Wirtschaftswachstum: Das Plus beim BIP dürfte bei knapp 9% liegen. Schlagzeilen macht das Land allerdings eher wegen seiner unorthodoxen Geldpolitik. Trotz hoher Inflation hat die Notenbank im November erneut die Leitzinsen gesenkt und damit dem Abwärtstrend der Landeswährung neuen Schub gegeben. Da sich hierdurch Exportgüter im Ausland verbilligen, erhält die Ausfuhr zusätzlich zum Erholungsschwung der Weltwirtschaft noch weitere Impulse. Demgegenüber steht ein dämpfender Effekt bei den Importen, da die Abwertung diese verteuert. Da ist es nicht allzu überraschend, dass 2021 wohl fast die Hälfte des Wirtschaftswachstums auf den Außenhandel zurückgeführt werden kann.

Gliedert man das Handelsvolumen der Türkei nach Wirtschaftsregionen auf, dann zeigt sich, dass immer noch etwas mehr als ein Drittel davon auf die EU entfällt. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist der Anteil jedoch um rund 11 Prozentpunkte gesunken. Dieser Bedeutungsverlust der EU-Länder teilt sich als Hinzugewinn quasi zu gleichen Teilen auf den asiatischen Raum und den Nahen/Mittleren Osten auf. Dass der internationale Handel der Türkei aber immer noch sehr stark westlich orientiert ist, zeigt sich, wenn auch noch der Handel mit den europäischen Ländern, die kein EU-Mitglied sind, in die Waagschale geworfen wird. Dann ergibt sich für das Jahr 2020 immerhin ein Anteil von rund 52%. Auch in diesem Jahr dürfte der Anteil ähnlich groß gewesen sein, dies melden die bisher vorliegenden Zahlen.

-- Dr. Christine Schäfer

    


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