Aktien: Gutes Anlagejahr 2022 voraus

Trotz jüngst stark steigender Corona-Infektionszahlen: Wir erwarten auch 2022 steigende Aktienkurse. Die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen und niedrige Zinsen treiben die Nachfrage an.Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Aktienindizes in den USA und Europa ist wahrscheinlich. Der DAX könnte jedoch die anderen Indizes schlagen.


Trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen und andauernder Lieferkettenprobleme blicken wir zuversichtlich in das neue Jahr. Die aktuell diskutierten Konjunkturprobleme – Corona-Neuinfektionen, Inflation und Lieferengpässe – bleiben zwar weiterhin ein wichtiges Thema und können das Anlegervertrauen temporär auf die Probe stellen. Auf Gesamtjahressicht sind wir jedoch positiv gestimmt. Diese Probleme sollten im Jahresverlauf immer mehr unter Kontrolle gebracht werden und damit sowohl der Wirtschaftserholung als auch dem Aktienmarkt buchstäblich „freie Fahrt“ geben.

Derzeit sehen wir noch eine Menge Pessimismus in den Gewinnerwartungen enthalten, was Raum für positive Überraschungen bietet. Zykliker sollten in diesem Umfeld gedeihen – dies spricht für europäische, insbesondere deutsche Aktien. Die niedrigen Zinsen bleiben ohnehin positiv für die Aktienmärkte. Den Euro Stoxx 50 erwarten wir Ende 2022 bei 4.800 Punkten, den DAX sehen wir bei 18.000 Punkten. In den USA verleihen die großen Technologieunternehmen dem Aktienmarkt konjunkturunabhängiges Gewinnwachstum, eine Eigenschaft, die auch 2022 von Vorteil sein wird. Der S&P 500 sollte auf 5.200 Punkte steigen. Auch der MSCI Welt, der zu zwei Dritteln aus US-Werten besteht, sollte weiter anziehen.

Nicht in den Aktienmarkt investiert zu sein, scheint neben der anhaltenden Corona-Krise, der Gefahr einer höher als erwarteten Inflation und steigenden Zinsen der größte Risikofaktor für Anleger im Jahr 2022 zu sein: In früheren Jahren wäre eine solche Einschätzung ein Alarmsignal für eine drohende Blase gewesen. Angesichts robuster Unternehmensgewinne, sehr stabiler und anpassungsfähiger Geschäftsmodelle und dauerhaft niedriger Zinsen sind Aktien jedoch trotz höherer Bewertungen weit davon entfernt, in eine Blase wie die letzte im Jahr 2000 zu laufen.

 


Christian Kahler / Sven Streibel


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