US-Arbeitsmarkt: Beschäftigungsaufbau nimmt wieder ordentlich Fahrt auf

Im August und September haben die extrem hohen Corona-Neuinfektionen die Erholung am US-Arbeitsmarkt noch massiv gebremst. Mittlerweile wurde die „Delta-Welle“ aber gebrochen. Der Beschäftigungsaufbau konnte daher im Oktober ordentlich Fahrt aufnehmen, das monatliche Stellenplus fiel mit 531.000 deutlich stärker aus als im September (+312.000 Stellen). Damit steigen die Chancen weiter, dass auch die Konjunkturdynamik nach der gedämpften Entwicklung vom Spätsommer im Schlussquartal 2021 wieder spürbar anzieht.

Besonders die Dienstleister sahen sich dank der deutlich gesunkenen Infektionszahlen zuletzt einer kräftig anziehenden Nachfrage gegenüber. Ihre zögerliche Haltung bei der Besetzung von offenen Stellen ist daher einer starken Einstellungsfreude gewichen. So wurden allein in der Gastronomie 143.000 Stellen besetzt. Aber auch im Bereich Transport und Lagerhaltung wurde viel zusätzliches Personal eingestellt – die Unternehmen strengen sich mächtig an, die Lieferkettenprobleme in den Griff zu bekommen. Ein positives Zeichen lieferte zudem die Industrie: Hier stieg die Zahl der Beschäftigten mit 60.000 gegenüber dem Vormonat überraschend stark an. Die Betriebe stellen also – trotz globaler Materialengpässe – Mitarbeiter ein, um ihre Produktion auszubauen.

Im Oktober stellten die Unternehmen noch vor allem Arbeitslose ein. Die Arbeitslosenquote sank von 4,8% im September auf nun 4,6%. Der aktuelle Arbeitskräftemangel bei vielen Unternehmen, der sich zum Beispiel in einer Rekordzahl von offenen Stellen zeigt, kann aber nur durch einen starken Zustrom von Erwerbsfähigen aus der „stillen Reserve“ deutlich gelindert werden. Viele Erwerbsfähige sind noch immer nicht auf den Arbeitsmarkt zurückgekehrt, zum Beispiel, weil sie sich pandemiebedingt um ihre Kinder kümmern müssen. Sollte sich diese Situation nicht bald bessern – und der Bewerbermangel sich entgegen unseren Erwartungen über lange Zeit verfestigen – würde dies wohl zu einem weiter steigenden Lohndruck führen.

 

Alexander Buhrow

 


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