Euro-Raum Arbeitsmarkt: Erholung hält an – Langfristschäden durch Corona?

Die Lage am Arbeitsmarkt im Euro-Raum verbessert sich im August weiter. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Juli von 7,6 auf 7,5%. Auch die Zahl der in Kurzarbeit oder vergleichbaren Instrumenten gemeldeten Personen hat in den einzelnen Euro-Mitgliedsländern merklich abgenommen. Damit hält der Erholungstrend vom Corona-Schock seit dem Spätjahr 2020 in der Tendenz an.

 

Trotz der sich insgesamt entspannenden Lage an den europäischen Arbeitsmärkten, stellt sich jedoch unweigerlich die Frage, welche Schäden die Corona-Pandemie hinterlassen wird. Ein Bildungsrückstand oder eine niedrige Ausbildungsquote sind nur einige der Punkte, welche die europäischen Arbeitsmärkte in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

 

Schwerwiegender dürften jedoch die Langfristschäden sein, die zumeist auf strukturellen Altlasten beruhen. Dazu zählt neben einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und einer zunehmenden Anzahl unsicherer befristeter Arbeitsverhältnisse besonders der zum Teil hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen – vor allem im Süden Europas. Je länger eine Arbeitskraft dem Stellenmarkt fern bleibt, desto schwieriger und kostenintensiver werden die Anstrengungen, die Person wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dieses Problem dürfte Corona verstärkt haben.

 

Dennoch bleibt der Ausblick für die kommenden Monate positiv. Darauf deutet die Mehrzahl der Arbeitsmarktindikatoren, wie beispielsweise das „European Labour Market Barometer“ des IAB, hin. Insbesondere der Stellenaufbau im schwergebeutelten Dienstleistungsbereich nahm in den letzten Monaten merklich Fahrt auf. Im Industriesektor führen bestehende internationale Lieferengpässe dazu, dass Produktionsbänder ausgebremst werden oder vorübergehend stillstehen. Einige Branchen, wie beispielsweise der Automobilbau, schätzen die Beschäftigungsperspektiven daher inzwischen etwas weniger optimistisch ein.

 

-- Matthias Schupeta

 


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wagner

01.10.2021 um 09:36
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