Unternehmen erholen sich vom Corona-Einbruch

Die meisten Unternehmen konnten sich von dem heftigen pandemiebedingten Einbruch des Vorjahres bereits gut erholen. Verglichen mit den schwachen Vorjahreswerten, die bedingt durch die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung unter erheblichen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität bis hin zur zeitweisen Betriebsschließung litten, konnten alle Branchen Steigerungen verbuchen. Weniger von der Pandemie betroffene Branchen konnten dabei schon fast wieder an das Niveau des Jahres 2019 anknüpfen, während andere Branchen wie der Tourismus hierfür deutlich länger benötigen werden. Nach einer Auswertung von Bloomberg konnten Unternehmen mit einem Rating im A-Bereich, also diejenigen mit starker Bonität, den im Vorjahr zu beobachtenden Anstieg des Leverage-Faktors bereits im ersten Halbjahr 2021 wieder egalisieren. Der Leverage-Faktor ist ein Maßstab für die Schuldentragfähigkeit und setzt den operativen Ertrag in Relation zu den ausgewiesenen Finanzschulden. In 2020 wurde der Anstieg dieses Faktors von vielen Unternehmen zwar durch liquiditätsschonende Maßnahmen wie den Verzicht auf größere Zukäufe, Aktienrückkäufe und die Streichung oder Aussetzung der Dividende sowie Kostensenkungen (Kurzarbeit, Streckung von Investitionen und ähnliches) begrenzt, konnte den teils kräftigen Ertragsrückgang aber nur teilweise kompensieren. Überwiegend im BBB-Bereich geratete Unternehmen bzw. Unternehmen im unteren Drittel des Investment-Grade konnten im ersten Halbjahr 2021 den Leverage-Anstieg des Vorjahres bereits zu zwei Dritteln ausgleichen. Er liegt derzeit noch um 0,3x über Vor-Krisen-Niveau bei 2,9x.

Etwas länger wird die Erholung vom Corona-Schock auf der Profitabilitätsseite dauern. Hier können viele Unternehmen noch nicht wieder an das Vor-Krisen-Niveau anknüpfen. Die Erholung dürfte sich hier mit Blick auf den jüngsten Anstieg von Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte holpriger gestalten.

Insgesamt blicken die Unternehmen überwiegend positiv in die Zukunft. Dies zeigt sich nicht nur in diversen Anhebungen und Konkretisierungen von Ausblicken für das laufende Jahr, sondern auch in einer Zunahme der Ankündigung von Übernahmen. Aktuelle Beispiele sind Philip Morris (1,9 Mrd. USD), medtronic (1,1 Mrd. USD), Lanxess (1,3 Mrd. USD) und Danaher (9,6 Mrd. USD). Insgesamt zeigt sich, dass Unternehmen guter Bonität (Investment-Grade) über ein breites Spektrum an Maßnahmen verfügen, um auch Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie relativ unbeschadet zu überstehen.

-- Nina Kilb


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