Inflationsrate im Euro-Raum steigt weiter

Die Inflationsrate des Euro-Raums steigt im August weiter. Nach einem Anstieg um 2,2% im Juli fielen die Verbraucherpreise im August um 3,0% höher als im Vorjahr aus. Die Energiepreise sind sogar so stark wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr angestiegen. Auch im Bereich der industriellen Konsumgüter zeigte sich im August ein deutlicherer Preisschub. Dieser ist aber teilweise auf einen Sondereffekt durch eine Verschiebung des Sommerschlussverkaufs in einigen Ländern zurückzuführen. Auch Nahrungsmittel und Dienstleistungen verteuerten sich stärker als zuletzt.

Auf Länderebene stieg die gemäß europäischen Maßgaben berechnete Inflationsrate (HVPI) in Deutschland von 3,1 auf 3,4% und in Spanien von 2,9 auf 3,3%. Wesentlich stärker war der Anstieg in Frankreich von 1,5 auf 2,4% und in Italien von 1,0 auf 2,6%.

In den kommenden Monaten wird sich der steigende Inflationstrend weiter fortsetzen. Der Ölpreis notiert derzeit rund 60% über dem Vorjahresniveau und sorgt weiterhin für steigende Energiepreise. Die deutliche Knappheit und die Verteuerung bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten werden sich ebenfalls in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Auch bei den Dienstleistern rechnen wir mit weiteren Preisaufschlägen.

Daher wird die Inflationsrate im Euro-Raum bis zum Jahresende über der 3%-Marke liegen und im Jahresdurchschnitt 2021 bei 2,3% liegen. Dies ist aber nicht von Dauer. Nach dem Auslaufen der Corona-bedingten Sondereffekte, wie der Rücknahme der MwSt.-Senkung in Deutschland aus dem letzten Jahr und die deutliche Erholung des Ölpreises von dem Corona-Schock 2020 wird sich die Verbraucherpreisentwicklung allmählich wieder normalisieren. Dies dürfte mit Beginn des Jahres 2022 der Fall sein. Daher wird die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2022 wieder auf voraussichtlich 1,4% zurückgehen.

-- Dr. Christoph Swonke

 


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