Kupfer rutscht auf der Ölspur aus

Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und die damit verbundenen konjunkturellen Sorgenfalten, die sich auf den Stirnen der Anleger abzeichnen, brachten Brent-Öl (-13%) und Kupfer (-12%) seit ihren Jahreshöchstständen unter Druck. Zudem sendet die Fed zunehmend Tapering-Signale, was in Verbindung mit einem stärkeren USD bei den konjunktursensitiven Rohstoffen die Abwärtsbewegung noch zusätzlich beschleunigte. Der breite Bloomberg Commodity Index (BCOM), der auch die Agrarrohstoffe und Edelmetalle beinhaltet, ist hingegen nur leicht mit 5% im Minus.

Nachdem im ersten Halbjahr 2021 fast alle Rohstoffe besonders starke Preisanstiege vermeldeten, ist der aktuelle Korrekturmodus nicht verwunderlich, sondern relativ normal. Ohne Zweifel schürt die Ausbreitung der Delta-Variante Ängste vor einer konjunkturellen Delle - vornehmlich im asiatischen Raum. Allerdings ist es dem Rohstoffgiganten China, der zuletzt auch von Naturkatastrophen gebeutelt wurde, recht zügig gelungen, die Ausbreitung der Delta-Variante mit strikten Maßnahmen wieder einzudämmen.

Daher wird im Reich der Mitte die Nachfrage auch wieder stärker zunehmen. Die chinesischen Ölimporte zum Beispiel wurden bereits erhöht. Besonders dürften die aktuell knappen Rohstoffe, wie Öl und Kupfer, profitieren. Außerhalb Asiens sind die Nachfragedaten weiterhin sehr robust, sodass wir damit rechnen, dass sich die Rohstoffpreise bis Jahresende wieder erholen können, vorausgesetzt der Post-Corona-Aufschwung setzt sich, wenngleich deutlicher holpriger, weiter fort. Ein Risikofaktor für unsere Prognose wäre eine unkontrollierte Delta-Ausbreitung und zunehmende Impfdurchbrüche, wovon wir aber nicht ausgehen.

 

-- Gabor Vogel


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