Wake me up when September ends: Wenn die Nachhaltigkeitsanleihen erwachen

Der August zeigt sich am Primärmarkt für Unternehmensanleihen bislang ähnlich verschlafen wie letztes Jahr. Von daher hoffen wir, dass der Primärmarkt bereits ab Ende August – Anfang September wieder aus seiner Sommerruhe erwacht, wenn die Marktteilnehmer aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückkommen. Mit einem Volumen von lediglich rund 6 Mrd. Euro in den ersten beiden Augustwochen dürften bis Ende des Monats keine Rekorde mehr zu erwarten sein.

 

Selbst die zuletzt so sprudelnde Quelle nachhaltiger Anleihen ist vorübergehend in der Sommersonne versiegt. Aber nachdem diese Finanzierungsinstrumente zuletzt so erfolgreich waren, steht außer Frage, dass die Emissionen hier demnächst wieder deutlich anziehen werden. Seit Jahresbeginn liegt das Neuemissionsvolumen von Unternehmensanleihen aktuell bei 274 Mrd. Euro – davon mit 60 Mrd. Euro rund 22% nachhaltige Anleihen. Diese teilen sich aktuell etwa zu zwei Drittel in ESG-Bonds mit den Ausprägungen Green, Sustainability und Social auf sowie zu einem Drittel in Sustainability-Linked-Bonds (SLBs). Letztere sehr junge Anleihegattung feierte ihr Debut erst Ende 2019 und konnte im laufenden Jahr richtig Fahrt aufnehmen.

 

In Zukunft dürften immer mehr Unternehmen SLBs als Finanzinstrument nutzen, da im Unterschied zur Finanzierung konkreter nachhaltiger Unternehmensprojekte über ESG-Anleihen mit SLBs die Verfolgung eines deutlich breiteren Universums grüner, nachhaltiger oder sozialer Unternehmensziele denkbar ist. Investoren wird mit Emission die Zusage gegeben, in einer vorher festgelegten Zeitspanne klar definierte unternehmensweite Ziele zu erreichen, die das Unternehmen im Hinblick auf nachhaltige Kennzahlen voranbringen. Analog zu klassischen Unternehmensanleihen stehen die Mittel aus SLBs zur generellen Unternehmensfinanzierung und nicht nur für zuvor klar definierte ESG-Projekte bereit. Diese Flexibilität ist auch der Grund, warum das Angebot an SLBs immer breiter und dadurch für Investoren attraktiver wird.

 

Christine Bredehöft

       


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