Bitcoin: Neuer Schwung im Juli keine Initialzündung

In den vergangenen Wochen und Monaten ist es um die führende Kryptowährung merklich ruhiger geworden. Hintergrund dürfte vor allem die vergleichsweise unspektakuläre Kursentwicklung sein. An die Jagd nach immer neuen Höchstständen bis Mitte April und den darauffolgenden Einbruch schloss sich eine Konsolidierungsphase an. Seit Mitte Mai bewegte sich der Bitcoin-Kurs in einer breiten Handelsspanne um die Marke von 35.000 USD.

Dabei gab es in der zweiten Juli-Hälfte unter Bitcoin-Anhängern durchaus Hoffnungen, die Kryptowährung könne zu einer erneuten Rekordjagd ansetzen. In weniger als zwei Wochen legte der Bitcoin-Kurs gut 10.000 USD zu und verzeichnete mit knapp 43.000 USD den höchsten Stand seit Mitte Mai. Auslöser für die Aufwärtsbewegung waren vor allem Spekulationen, große US-Unternehmen könnten vermehrt Bilanzpositionen in Kryptowährungen aufbauen und diese auf absehbare Zeit als Zahlungsmittel akzeptieren. Im Fokus standen dabei (mal wieder) Tesla-Chef Musk und eine Stellenausschreibung des Onlinehändlers Amazon.

Als Initialzündung für eine erneute Rally erwiesen sich die Kursgewinne Ende Juli nicht. Zu schwer scheint der Kurseinbruch aus dem Frühjahr offenbar weiterhin auf der Investitionsbereitschaft zahlreicher Anleger zu lasten. Dass sich der marktseitige Blick auf den Bitcoin rasch ändern kann, haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre eindrucksvoll bewiesen. Auch in den nächsten Monaten gibt es diverse Faktoren, die die vorherrschende Einschätzung der Marktteilnehmer drehen können. So ist der aktuelle Cocktail aus hohen Inflationsraten und immer noch ultra-expansiv ausgerichteten Zentralbanken in der Lage, Zweifel an der langfristigen Stabilität traditioneller Währungen zu schüren. Für Verunsicherung unter Bitcoin-Investoren könnten hingegen direkte staatliche Eingriffe sorgen. Dies gilt sowohl für umfassende Verbote als auch angemessene Regulierungsschritte, wobei letztere langfristig vertrauensstiftend wirken können. Immer für Schwankungen gut sind darüber hinaus Äußerungen von einflussreichen Stimmen, wobei hierzu neben Musk und Krypto-Branchengrößen auch Notenbanker und Politikvertreter zählen dürften.  

Von fundierten und verlässlichen Prognosen für Bitcoin & Co. kann weiterhin keine Rede sein. Und solange Äußerungen eines exzentrischen Unternehmers Kurssprünge im zweistelligen Prozentbereich nach oben und unten auslösen können, ist jegliche Aussage über künftige Kursziele mit äußerster Vorsicht zu genießen.


-- Sören Hettler

 


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