Inflation in Deutschland über 3%!

Im Juli ist die nach europäischen Maßgaben gemessene Inflationsrate (HVPI) sehr stark von zuvor 2,1% auf 3,1% gestiegen. Das gab es hierzulande letztmals im Jahr 2008. In nationaler Abgrenzung stiegen die Verbraucherpreise sogar um 3,8%!

Es kommen derzeit mehrere Aspekte zusammen. Der Preis für Rohöl notiert aktuell rund 70 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dies sorgt für eine deutliche Verteuerung beim Tanken und Heizen. Hinzu kommt jetzt der Effekt der Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung zwischen Juli und Dezember 2020 voll zum Tragen. Zusätzlich verteuern sich in Folge der Lockerungen in den von der Pandemie besonders betroffenen Dienstleistungsbereichen wie Gastronomie und Beherbergung die Preise. Außerdem wird der erhöhte Preisdruck bei wichtigen Industrierohstoffen wohl an die Verbraucher weitergegeben.

Viele der Effekte sind eine Folgereaktion auf die Auswirkungen der Pandemie im letzten Jahr. Wir sprechen hier von Basiseffekten, die 2020 preissenkend ausfielen und jetzt preistreibend wirken.

Mit Blick auf das Jahr 2022 verlieren diese Basiseffekte aber ihre Wirkung. So fällt der Effekt der Mehrwertsteueränderung zum Jahresende 2021 weg. Dies wird rein technisch den Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr drosseln. Auch der Ölpreis wird wohl im kommenden Jahr nicht mehr so deutlich steigen. Der erhöhte Preisdruck und die Probleme mit Vorprodukten im Industriebereich dürften sich in weiten Teilen normalisieren. Wir erwarten die Inflationsrate in Deutschland im nächsten Jahr daher bei 1,6%.



Dr. Christoph Swonke


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