Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Stimmungsreise nach oben geht weiter

Die Stimmungslage in der Privatwirtschaft hat sich im Juli weiter verbessert. Dies zeigt die Umfrage von IHS Markit unter den europäischen Einkaufsmanagern. Der Anstieg des umfassenden Composite-Index von 59,2 im Juni auf 60,6 im Juli geht dabei auf eine deutlich optimistischere Einschätzung des Dienstleistungsbereichs zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Messzahl dagegen auf hohem Niveau leicht. Der Gesamtindex markiert damit den höchsten Stand seit 21 Jahren! Auf Länderebene stieg der Composite-Index in Deutschland weiter und erreichte ein Allzeithoch, in Frankreich sank er dagegen leicht aufgrund etwas pessimistischerer Dienstleister.

Die Messzahl für das verarbeitende Gewerbe im Euro-Raum sank trotz erneut berichteter Schwierigkeiten in den Lieferketten nur leicht. Obwohl die Lieferprobleme belasten, zeigen sich die Einkaufsmanager weiter zuversichtlich. Mehr noch, die Industrie kommt beim Bearbeiten der Neuaufträge kaum hinterher. Daher steigen die Auftragsbestände weiter, genauso wie die Lieferzeiten. In der Folge legen in der Industrie die Einkaufs-, aber vor allem auch die Verkaufspreise sehr deutlich zu. Der Inflationsdruck nimmt also zu. Aber auch die Beschäftigungsabsichten stiegen weiter, um Kapazitätsengpässen entgegenzuwirken.

Der Einkaufsmagerindex für den Dienstleistungsbereich konnte sich erneut verbessern und erreichte mit 60,4 Punkten, nach 58,3 Punkten im Vormonat, den höchsten Wert seit rund 15 Jahren. Die Einkaufsmanager berichten, dass die fortschreitende Lockerung der Covid-Beschränkungen die Nachfrage angekurbelt hat. Auch hier führten Kapazitätsengpässe zu einem Anstieg der unerledigten Aufträge. Im Vergleich zur Industrie blieb der Aufwärtsdruck bei den Preisen aber moderat.

Abgesehen von Lieferproblemen und Kapazitätsengpässen sind die Perspektiven für die Euro-Raum-Wirtschaft auf Basis der Umfragedaten ausgesprochen gut. Die Industrie brummt und der Dienstleistungsbereich freut sich über die zurückerhaltenen Geschäftsmöglichkeiten. Dem Post-Corona-Boom stünde damit eigentlich nichts im Wege. Der nun schon seit Monaten berichtete Preisdruck zeigt jedoch ebenfalls keine Anzeichen von Abschwächung. Neben den neuerdings wieder steigenden Infektionszahlen liegt daher in der steigenden Inflationsentwicklung das größte Risiko für die weitere Erholung.

-- Dr. Christoph Swonke

 


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