Tankan-Umfrage zeigt erkennbare Stimmungsverbesserungen in Japans Wirtschaft

Die Stimmung in der japanischen Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2021 erkennbar verbessert. Der Tankan-Index zeigte dabei mit Blick auf die aktuelle Geschäftslage der Großunternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe einen Anstieg um 9 Zähler und erreichte damit einen Stand von +14 Punkten. Dies war zwar etwas weniger als am Markt erwartet worden war, es ist gleichwohl der höchste Wert seit dem Endquartal von 2018. Eine hohe Exportnachfrage hat hierbei maßgeblich geholfen.

 

Das Stimmungsbild aus dem Servicesektor hinkt dem aus der Industrie allerdings noch deutlich hinterher. Hier kletterte der Index nur um zwei Punkte auf nun +1. Auch dies lag etwas unter den Erwartungen, es ist aber das erste Mal seit dem ersten Quartal 2020, dass er wieder einen Wert über der Null-Linie erreichen konnte. Auch wenn der Teil-Index für kleine Servicebetriebe, etwa Restaurants und Betriebe für persönliche Dienstleistungen, weiterhin per Saldo im negativen Bereich blieb, gab es dennoch auch dort leichte Verbesserungen der aktuellen Geschäftslage.

 

Die Entwicklung des geschäftlichen Umfeldes des soeben begonnenen dritten Quartals hängt von mehreren Umständen ab. Die Industrie will zwar an ihren umfangreichen Investitionsplänen festhalten, in der exportstarken Automobilbranche muss jedoch die Teileknappheit bei bestimmten IT-Komponenten bald überwunden werden, um die starke Exportnachfrage auch bedienen zu können. Die Auftragsbücher sind jedenfalls ordentlich gefüllt, so dass weitere Stimmungsverbesserungen im kommenden Tankan-Bericht für Q3 möglich sind.

 

Für den Servicesektor ist es wichtig, dass mit der Austragung der Olympischen Spiele, die nun am 23. Juli in Tokyo beginnen sollen, keine Verschlechterung der Corona-Situation eintritt. Besucher aus dem Ausland sind bei den Sportereignissen nicht zugelassen, aber immerhin sollen zu den Wettkämpfen bis zu 10.000 einheimische Zuschauer kommen dürfen – eine nach wie vor umstrittene Regelung. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleiben hier Risiken. Die Investitionslust der Dienstleister hat wegen Corona jedenfalls gelitten und das Umfeld in einigen Dienstleistungsbereichen (Touristik, Verkehr, u.a.) bleibt vorerst noch schwierig.

Dr. Rütger Teuscher

    


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