Privates Geldvermögen wächst auch 2021 kräftig

Die Corona-Krise hat die Sparquote privater Haushalte in Deutschland auf Achterbahnfahrt geschickt: Im 2. Quartal 2020 und 1. Quartal 2021 wurden noch neue Rekorde erzielt, aber mit dem einsetzenden Post-Corona-Boom dürften die Bürger dann sogar weniger auf die hohe Kante legen als vor der Krise. Für 2021 und 2022 rechnen wir insgesamt mit einer Sparquote von 13,9 bzw. 10,9%.

 

Obwohl private Anleger 2020 mit über 40 Mrd. Euro rund dreimal so viel Geld neu in Aktien anlegten wie im Durchschnitt der Jahre zuvor, wuchs der Geldanlagestau weiter. Die hohe corona-bedingte Ersparnis blieb häufig einfach auf dem Girokonto stehen und trug dazu bei, dass inzwischen 28,5% des privaten Geldvermögens nicht angelegt, sondern in Form von Sichteinlagen oder Bargeld zwischengeparkt sind. Zwar dürfte ein Teil der Mittel jetzt in den Konsum fließen. Aber solange die Niedrig-Zins-Phase anhält, ist ein nachhaltiger Abbau des Geldanlagestaus nicht absehbar.

 

Während der Vermögensaufbau 2020 hauptsächlich auf der hohen Sparquote beruhte, kommen in diesem Jahr Wertzuwächse durch Aktienkursgewinne hinzu. Bis Ende 2022 dürfte das Geldvermögen auf knapp 8 Bill. Euro steigen. Sorgen bereiten weiterhin niedrige Zinsen: 2020 reichte die Durchschnittsverzinsung von Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen noch aus, um die extrem niedrige Inflation zu kompensieren. Für 2021 erwarten wir jedoch einen negativen Realzins von -2,2%.

 

-- Michael Stappel

 


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